Benachteiligungen im System der Sozialhilfe

Wie sich Sozialhilfebeziehende im System der Sozialhilfe zur Wehr setzen können


ISBN-Nr.:
978-3-03796-507-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
121
Erscheinungsjahr:
2014
Publikationsdatum:
17.09.2014
Verlag
Edition Soziothek
Kostenlos
Die Diskussionen rund um die Sozialhilfe und der politische Druck auf diese haben innerhalb der letzten Jahre stark zugenommen. Eine Folge davon ist, dass Sozialarbeitende in bürokratischen Strukturen in Bedrängnis geraten. Dies kann nach sich ziehen, dass gewisse Rechte von Sozial-hilfebeziehenden - teilweise durch die Politik legitimiert - beschnitten werden. Da die Unterstützung von Klientinnen und Klienten eine der Hauptaufgaben der Sozialen Arbeit ist, ist es grund-legend, sich als Sozialarbeitende mit Fragen nach Unterstützungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Infolge dieser Ausgangslage ergab sich die Hauptfragestellung der vorliegenden Arbeit: Was benötigen Personen, die Sozialhilfe beziehen, um sich innerhalb des Systems der Sozialhilfe zur Wehr setzen zu können? Das Ziel der vorliegenden Bachelorthesis ist, zu analysieren, ob es innerhalb des Systems der Sozialhilfe zu Benachteiligungen von Sozialhilfebeziehenden kommt. Sollte dies der Fall sein, wird erörtert, welche Unterstützungsmöglichkeiten Sozialhilfebeziehende haben, um sich dagegen zur Wehr zu setzen und ob diese ausreichend sind. Ferner befasst sich diese Arbeit damit, welche Möglichkeiten Sozialarbeitende haben, um ihre Klientinnen und Klienten zu unterstützen.

Um sich dieser Fragestellung anzunähern, findet vorerst eine theoretische Auseinandersetzung statt. Darauf aufbauend folgt eine Kontextanalyse bestehend aus einer Untersuchung der aktuellen sozialpolitischen und rechtlichen Situation sowie einer Bestandesaufnahme der vorhandenen Angebote in den Kantonen Bern und Zürich. Basierend auf den Erkenntnissen bezüglich den Bedürfnissen von Sozialhilfebeziehenden werden letztlich mögliche Lösungsansätze entwickelt.

Anhand der theoretischen Erkenntnisse wurde ersichtlich, dass es im System der Sozialhilfe aufgrund systemischer Faktoren sowie Verhaltensreaktionen der einzelnen Positionsträgerinnen und Positionsträger zu Benachteiligungen der Klientinnen und Klienten kommt. Die Bestandesaufnahme hat gezeigt, dass es viele Organisationen gibt, welche Beratungen im Bereich der Sozialhilfe anbieten. Allerdings gibt es zu wenige, welche Sozialhilfebeziehende konkret darin unterstützen, sich zu wehren, beispielsweise mittels einer juristischen Vertretung vor Gericht. Beim Rechtsschutz, beim sozialhilferechtlichen Verfahren sowie allgemein im System der Sozialhilfe besteht grosser Handlungsbedarf. Mögliche Lösungsansätze, neben der Veränderungen der strukturellen Umstände, sind die Schaffung von unabhängigen Beratungsstellen, welche die noch fehlenden Unterstützungsmöglichkeiten bieten, die Einführung eines Bundesrahmengesetzes zur Sozialhilfe, welches den Rechtsschutz von Sozialhilfebeziehenden gewährleistet sowie eine fun-dierte Ausbildung für zukünftige Sozialarbeitende, welche es ihnen erlaubt, mittels gezielten Einsetzens ihres Fachwissens die vorhandenen Benachteiligungen zu verringern.
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