Bewältigung von Strassenverkehrsunfalltraumata

Qualitative Untersuchung mit biographischen Fallrekonstruktionen als Beitrag für die Traumaarbeit in der Sozialen Arbeit


ISBN-Nr.:
978-3-03796-522-1
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Master-Thesen (MSc)
Seitenzahl:
113
Erscheinungsjahr:
2014
Publikationsdatum:
20.11.2014
Verlag
Edition Soziothek
Kostenlos
In der Schweiz werden täglich Personen mit dem Ereignis „Strassenverkehrsunfall“ konfrontiert. Strassenverkehrsunfälle gelten als traumatische Ereignisse, denn sie liegen ausserhalb des normalen Erwartungsbereichs und stellen für nahezu alle Menschen eine schwere Belastung dar. Die Bewältigung dieses traumatischen Erlebnisses gestaltet sich dabei auf dem Hintergrund der Lebensgeschichte unterschiedlich. Die vorliegende Master-Thesis beschäftigt sich mit dem Bewältigen von Strassenverkehrsunfalltramata. Sie zeigt auf, wie sich die Bewältigung im Kontext der Lebensgeschichte gestaltet sowie welche Faktoren sich dabei als relevant erweisen. Abschliessend zieht sie Rückschlüsse für die Traumaarbeit in der Sozialen Arbeit. Mithilfe von Fallrekonstruktionen nach Rosenthal (2011) werden hierfür bei zwei Personen die Bewältigung des Strassenverkehrsunfalltraumas im Kontext der Lebensgeschichte rekonstruiert und relevante Einflussfaktoren diskutiert.

Die Master-Thesis zeigt, dass ein Strassenverkehrsunfall das Leben der Betroffenen in unterschiedlichem Masse beeinflusst. Beim ersten Fall führt der Strassenverkehrsunfall zu einem Bruch in der Lebensgeschichte, wodurch Träume und das soziale Umfeld aufgegeben werden, was die Bewältigung des Strassenverkehrsunfalls erschwert. Beim zweiten Fall hingegen kann trotz des Strassenverkehrsunfalls das Leben in gewohnten Bahnen weitergeführt werden. Es wird sichtbar, dass nicht nur einzelne Faktoren Einfluss nehmen, sondern es sich um eine Verflechtung unterschiedlicher Faktoren in der Bewältigung eines Strassenverkehrsunfalltraumas handelt. Diese Faktoren sind einerseits durch die individuelle Lebensgeschichte sowie durch die unterschiedlichen Voraussetzungen geprägt. So kann nicht definiert werden, um welchen Trauma-Typ es sich handelt, ohne dass die ganze Lebensgeschichte miteinbezogen wird. Andererseits kann mit den rekonstruierten Fällen der Einfluss sozialer Faktoren (wie die familiäre Unterstützung, die Reaktion des Umfelds sowie die berufliche Stellung/Verwirklichung) in der Bewältigung aufgezeigt werden. Die Ergebnisse verdeutlichen verschiedene Anknüpfungspunkte für eine Traumaarbeit in der Sozialen Arbeit. Als Profession mit unterschiedlichen Bezugsdisziplinen kann sie einen umfassenden Blick auf die Traumabewältigung richten und dabei eine wichtige Triagefunktion übernehmen.
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