Der lange Schatten der Autonomie

Eine poststrukturalistische Betrachtung des Begriffs Autonomie in der Sozialen Arbeit


ISBN-Nr.:
978-3-03796-541-2
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
103
Erscheinungsjahr:
2015
Publikationsdatum:
20.05.2015
Verlag
Edition Soziothek
Kostenlos
Was darf es denn sein? Mündigkeit, Emanzipation, Selbstbestimmung, Mitspracherecht oder ein wenig Autonomie? In der Sozialen Arbeit scheint es nur so zu wimmeln von Begriffen, welche eine starke Ausstrahlungskraft besitzen. Ohne Frage, auf den ersten Blick klingen diese Ausdrücke klar und professionell. Es scheint jedoch angebracht, ein wenig genauer hinzuschauen. Die Bachelorthesis befasst sich deshalb mit der Frage nach dem Verständnis des Begriffs Autonomie in der Sozialen Arbeit.

Um dieser Frage nachzugehen, wird der Begriff Autonomie im Lichte von drei poststrukturalistischen Ansätzen betrachtet. Dabei werden Theoriekonzepte von Michel Foucault, Jacques Derrida und Ernesto Laclau verwendet, um den von Michael Pauen
vorgelegten Entwurf als Destillat der gängigen Autonomiekonzeptionen auf dessen Kompatibilität mit poststrukturalistischen Ansätzen zu prüfen.

Anhand der oben beschriebenen Vorgehensweise wird in der Arbeit gezeigt, dass es unter Annahme von zentralen, poststrukturalistischen Prämissen keine gänzlich bestimmbare Definition von Autonomie geben kann. Trotzdem wird dem Begriff Autonomie in der Sozialen Arbeit eine zentrale Stellung zugewiesen, wie im Berufsbild von AvenirSocial exemplarisch zu lesen ist.

Die Autoren versuchen zu zeigen, dass der Begriff Autonomie von neoliberalen sowie neokonservativen Kräften bestimmt und benutzt wird, um deren politische Ziele durchzusetzen. Die Soziale Arbeit unterwirft sich diesem individualistischen Verständnis, ohne dass sie sich dessen bewusst ist. Sozialintegrative Deutungen des Ausdrucks Autonomie gelangen nicht mehr in den sozialarbeiterischen Diskurs.

Es stellt sich die Frage, inwiefern Autonomie im individualistischen Verständnis noch ein geeigneter Massstab sein kann für die Ausrichtung sozialarbeiterischen Handelns. Müsste nicht viel eher ein Bewusstsein für die Relativität des Begriffs Autonomie entwickelt und versucht werden, eine Definition im Sinne einer Idee der sozialen Teilhabe im öffentlichen Diskurs durchzusetzten. Für diese Form der Reflexion und des Engagements in der Sozialen Arbeit will die Thesis sensibilisieren.
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