Fremdbild der Sozialarbeitenden auf öffentlichen Sozialdiensten aus Sicht des Grossen Rates des Kantons Bern

Karin Wyss (Autor)
ISBN-Nr.:
978-3-03796-510-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
62
Erscheinungsjahr:
2014
Publikationsdatum:
19.09.2014
Verlag
Edition Soziothek
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Das Bild von Sozialarbeitenden in der Bevölkerung ist positiv, wie frühere Untersuchungen zum Fremdbild der Sozialen Arbeit zeigten. Aktuell steht jedoch der Bereich Sozialhilfe unter Druck. Einerseits machten negative Medienberichterstattungen zum Thema Sozialhilfemissbrauch Schlagzeilen, andererseits wurden vom Grossen Rat des Kantons Bern Sparmassnahmen angeordnet. Die Entscheidungen des Grossen Rates wirken sich auf die Arbeit der Sozialarbeitenden auf öffentlichen Sozialdiensten aus. Die harte Gangart der Politik könnte deshalb aus einer Unzufriedenheit mit ihnen resultieren. In der vorliegende Bachelor-Thesis wird dargestellt, wie die Mitglieder des Grossen Rates Sozialarbeitenden auf öffentlichen Sozialdiensten gegenüber eingestellt sind und ob Vorurteile bestehen, welche zu Diskriminierungen führen könnten.

Im ersten Teil der Arbeit werden die Begriffe Einstellungen und Vorurteile unter Einbezug von sozialpsychologischen Theorien beschrieben. Den Einfluss der Einstellungen auf das Verhalten zeigen die Theorien des überlegten Handelns und des geplanten Verhaltens von Ajzen (1985) auf. Allport (1971) hat mit seiner Kontakthypothese dargelegt, durch welche Faktoren Vorurteile reduziert werden können. Im theoretischen Teil wird ebenso der Forschungsstand zum Fremdbild der Sozialen Arbeit aufgearbeitet.
Gegenstand des zweiten Teils ist eine empirische Untersuchung. Um Kenntnis von den Einstellungen der Grossrätinnen und Grossräte des Kantons Bern zu erhalten, wurde eine schriftliche Befragung durchgeführt. Der Fragebogen bestand aus quantitativen Fragen, beinhaltete aber auch qualitative, offene Ergänzungsfragen. Ziel der Befragung ist, zu erfahren, wie der Beruf Sozialarbeiterin, Sozialarbeiter wahrgenommen wird, welche Eigenschaften den Sozialarbeitenden zugesprochen werden und wie ihre Kompetenzen, Arbeitsweisen und Gehaltsentschädigungen eingeschätzt werden. Des Weiteren wird das vorhandene Wissen der Grossrätinnen und Grossräten bezüglich der Hauptaufgaben der Sozialarbeitenden auf öffentlichen Sozialdiensten eruiert.

Die Auswertungen zeigen, dass der Beruf Sozialarbeiterin, Sozialarbeiter bei den Grossrätinnen und Grossräten Anerkennung geniesst und als wichtige und anspruchsvolle Aufgabe wahrgenommen wird. Die Einstellungen der Mitglieder linker und rechter Parteien unterscheiden sich jedoch signifikant bezüglich Umgang mit öffentlichen Geldern, Auftreten in der Öffentlichkeit und Bekämpfung des Sozialhilfemissbrauchs. Die Autorin kommt zum Schluss, dass ein vermehrter Kontakt zwischen Sozialarbeitenden und den Mitgliedern des Grossen Rates bestehende Vorurteile reduzieren könnte. Dazu wären ein erhöhtes politisches Engagement und eine aktivere Öffentlichkeitsarbeit seitens der Sozialarbeitenden erforderlich.
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