Junge ausländische Straftäter im Massnahmenvollzug im Spannungsfeld von Resozialisierung und Wegweisung

Grenzen und Möglichkeiten bei der Umsetzung des Resozialisierungsauftrags bei ausländischen Straftätern im Massnahmenvollzug nach Art. 61 StGB aus der Sicht von Eingewiesenen, Fachpersonen und Experten


ISBN-Nr.:
978-3-03796-529-0
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Masterarbeiten (MAS)
Seitenzahl:
156
Erscheinungsjahr:
2015
Publikationsdatum:
31.03.2015
Verlag
Edition Soziothek
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Straffälligkeit kann bei ausländischen Personen neben den strafrechtlichen Sanktionen auch ausländerrechtliche Folgen nach sich ziehen. Diese können dahingehend ausfallen, dass die ausländische Person nach dem Straf- bzw. Massnahmenvollzug in ihr Herkunftsland weggewiesen wird. Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Grenzen und Möglichkeiten bei der Umsetzung des Resozialisierungsauftrags bei jungen ausländischen Eingewiesenen im Massnahmenvollzug nach Art. 61 StGB auseinander, wenn deren Aufenthaltsberechtigung ungewiss ist oder nach dem Vollzug entfällt. Es wurden Leitfadeninterviews mit Eingewiesenen sowie mit Fachpersonen aus dem Massnahmenvollzug durchgeführt und mit der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Experteninterviews fanden ergänzend statt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Eingewiesenen im Zuge des Wegweisungsverfahrens bis zu vier Phasen durchlaufen: Die Unwissenheit, die Hoffnung, die Ernüchterung und das Warten. Diese verlaufen in der Regel analog zur Massnahme und verunmöglichen die Umsetzung des Resozialisierungsauftrags zunehmend. Um eine Massnahme nach Art. 61 StGB auch für ausländische Straffällige mit einer Zukunftsperspektive im Herkunftsland als geeignet zur Zielerreichung einzustufen, sind die Resozialisierungsmassnahmen an die Bedürfnisse dieser Zielgruppe anzupassen. Auf institutioneller Ebene ist ein länderübergreifender Blickwinkel im Sinne der transnationalen Sozialen Arbeit einzunehmen. Im Rahmen von spezifischen Programmen ist die Stärkung der personalen Ressourcen der Betroffenen zur Vorbereitung auf die anstehende Migration angezeigt. Unerlässlich ist ausserdem eine transparente Kommunikation gegenüber den ausländischen Eingewiesenen, damit diese einen Kohärenzsinn entwickeln, reale Lebensziele schaffen und die Behandlungsmotivation trotz einer zukünftigen Wegweisung aufrecht erhalten können.
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