Kindesschutzverfahren in den USA und in der Schweiz

Ein Ländervergleich zur Untersuchung der Effekte von Kindesschutzverfahren auf resiliente Bewältigungsmuster von Kindern und Familien


ISBN-Nr.:
978-3-03796-530-6
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Masterarbeiten (MAS)
Seitenzahl:
88
Erscheinungsjahr:
2015
Publikationsdatum:
31.03.2015
Verlag
Edition Soziothek
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Die Soziale Arbeit nimmt im Handlungsfeld des zivilrechtlichen Kindesschutzes eine zentrale Stellung ein. Das Kindesschutzverfahren ist eine Rahmenbedingung und Teil sozialarbeiterischer Handlungsroutine, um mit Risiken umgehen zu können. Für die Betroffenen stellt das Verfahren ein komplexes Geflecht dar, das sie durch Schwierigkeiten in der Lebensführung leitet. Die vorliegende Master-Thesis geht der Frage nach, welche Effekte Kindesschutzverfahren auf resiliente Bewältigungsmuster von Kindern und Familien haben. Der Ländervergleich Schweiz – USA ist Ausgangspunkt und Methode für die Suche nach Rationalitäten im Verfahren. Datengrundlage bilden die Interviews mit Expertinnen der Sozialen Dienste der Stadt Zürich und des Montgomery County Children’s Services in Dayton, Ohio. Theoretische Grundlage ist eine Resilienztheorie, die dem Gegenstand Sozialer Arbeit und den Grunddimensionen der Analyse sozialer Probleme gerecht wird. Resilienz ist das erfolgreiche Navigieren zu bedeutsamen Ressourcen und das Aushandeln des Zugangs zu diesen. Es ist mitunter das Kindesschutzverfahren, das die Ressourcen für Kinder und Familien verfügbar und zugänglich macht und ihre Bedeutsamkeit beeinflusst.

Die Ergebnisse des Vergleichs lassen darauf schliessen, dass Verfahren, welche auf einen Vertrauens- und Beziehungsaufbau setzen und Klarheit bei Uneinigkeit zwischen den Verfahrensbeteiligten schaffen, positive Effekte auf resiliente Bewältigungsmuster haben. Gleiches gilt für ein starke Position des Kindes und ein eigenes Sprachrohr im Verfahren. Hingegen kann ein Verfahren, das den grossen Ermessensspielraum durch die Persönlichkeit der Fachperson ausfüllt oder aber gar keinen Spielraum lässt, negative Effekte haben. Als Stärke des schweizerischen Verfahrens kann die Gewichtung des Vertrauens- und Beziehungsaufbaus gewertet werden. Schwächen zeigt das System, wenn die Vertrauensbasis und die persönliche Betreuung per se einvernehmliche Lösungen erzeugen sollen. Gefragt ist mehr Klarheit und Öffentlichkeit in den Aushandlungssettings, damit den Problemlagen der Kinder und Familien angepasste Unterstützung gewährt werden kann. Das ist insbesondere für marginalisierte Gruppen und Minderheiten eine wichtige Erkenntnis, um resiliente Bewältigungsmuster in ihrer Einzigartigkeit anzuerkennen und soziale Gerechtigkeit zu stärken.
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