Schulsozialarbeit

Ein Tropfen Bewusstheit auf gesellschaftliche Unbewusstheit?


ISBN-Nr.:
978-3-03796-416-3
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
219
Erscheinungsjahr:
2006
Schlagworte
Schulsozialarbeit
Verlag
Edition Soziothek
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Die vorliegende Arbeit deutet Institutionalisierung von Schulsozialarbeit als Reaktion auf die Entlegitimation staatlicher Institutionen, zu denen auch Bildungsinstitutionen gehören.

Diese Entlegitimation ist als ein auf die Institution Schule und den in ihr tätigen individuellen Akteure Druck ausübender, äusserer Spannungsfaktor zu sehen.
Innerhalb einer Bildungsinstitution sorgen Mehrfachfunktionen wie Reproduktion, Legitimation, Allokation, Integration, Selektion und Qualifikation für weitere Spannungen, die sich wiederum auf die Akteure auswirken. Wer sich dabei aufgrund mangelnder Ich-Stärke oder von der institutionellen Norm abweichender, persönlicher Selbstverständlichkeit durch ihr/sein Verhalten an der Peripherie institutioneller Anweisungen, Umgangsformen und Rollenzuschreibungen befindet, ist prädestiniert dafür, diese Spannungen in Verhaltensauffälligkeiten respektive Erkrankungen unterschiedlicher Art zum Ausdruck zu bringen. So können Lehrpersonen an einem Burn-out-Syndrom erkranken und/oder es zeigen sich unter Schülerinnen und Schülern Lernschwächen und abweichendes Verhalten in Form von Diebstahl, Erpressung und Körperverletzung.
Der Ruf nach einer professionellen psychosozialen Versorgung in Form von Schulsozialarbeit, die sich der Probleme in Schulen annimmt, wird zunehmend lauter. Was jedoch weitgehend fehlt, sind Leitlinien, welche Orientierung darüber geben, was sich durch die Schulsozialarbeit an Schulen verändern soll.

Der theoretische Teil der Arbeit beinhaltet die Verarbeitung umfangreicher, aus unterschiedlichen Disziplinen zusammengetragener Literatur, die letztlich zur Begründung eines eigentlichen Gegenstandes der Schulsozialarbeit beitragen soll. In einem zweiten Teil werden für einen Feldeinsatz als Schulsozialarbeiterin ausgewählte Interventionsstrategien auf dem Hintergrund von Habermas, Erdheim, Vogel und Schwarz dargestellt, sowie mit einem eigenen Instrument ergänzt.
Im dritten Teil wird die Methode der performativen Einstellung nach E. O. Graf erläutert. Damit wird in einem Erstversuch eine Untersuchung von vier Sozialtrainings an Oberstufenklassen durchgeführt.

Zusammenfassend ergeben sich folgende Erkenntnisse aus Theorie und Praxis: Mehrfachfunktionen einer Institution führen leicht zu institutionellen Widersprüchen respektive zu Spannungen, denen individuelle Akteure ausgesetzt sind. Eine offene Teilnahme der Beteiligten an sozialen Interaktionen bringt eine individuelle Entwicklung und damit einen Bildungsprozess mit sich. Beides wirkt einer Latenthaltung von (destruktivem) Unbewusstem entgegen.
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