Studie zu den Sozialbehörden im Kanton Bern

Folgerungen und Empfehlungen für die praktische Arbeit


Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Forschungsberichte
Seitenzahl:
24
Illustration:
1
Erscheinungsjahr:
2011
Schlagworte
Sozialbehörden, Sozialraum
Kostenlos
Im Alltag sind soziale Institutionen wie Sozialdienste, Kindertagesstätten oder Jugendtreffs eine Selbstverständlichkeit geworden. Dennoch: Gerade wenn es um die Anzahl, die Ausgestaltung und die Kosten dieser Einrichtungen geht und insbesondere wenn es um die Frage der Rechtmässigkeit von materieller Unterstützung geht, wird die Sozialversorgung zum Politikum. Gleich wie die Politikbereiche Öffentlicher Verkehr, Bildung oder Bau und Planung bedarf das Sozialwesen einer fundierten und kontinuierlichen Steuerung durch die Politik.

Die Gesetzgebung des Kantons Bern sieht vor, dass ein Teil der Entscheide über die Sozialhilfe und die sozialen Institutionen auf der Ebene der Gemeinden getroffen werden. Zur Bearbeitung dieser lokalen Sozialpolitik verlangt das Gesetz, dass die Gemeinden je einzeln oder mit umliegenden Gemeinden zusammen eine Sozialbehörde bestimmen. Es ist auch möglich, dass der Gemeinderat die Aufgaben der Sozialbehörde wahrnimmt (kleine Gemeinden). Der Auftrag dieser Sozialbehörden kann mit den drei Tätigkeiten Entwickeln, Steuern und Verankern zusammengefasst werden:

Entwickeln meint das Erarbeiten einer inhaltlichen Richtung der lokalen und regionalen Sozialpolitik. Sicher ist die Sozialversorgung durch Vorgaben und Standards des Kantons geprägt, aber die Gemeinden haben viele Spielräume – etwa in der Ausgestaltung der Einrichtungen zur familienergänzenden Kinderbetreuung oder der Angebote, welche die Integration der Migrationsbevölkerung unterstützen.

Steuern meint die vom Gesetz verlangte Aufsicht über den lokalen oder regionalen Sozialdienst. Steuern beinhaltet aber auch den Aufbau tragfähiger Kooperationen aller an der Sozialversorgung beteiligter Kräfte – der privaten und staatlichen Institutionen, der politischen Instanzen und der freiwillig in der Sozialarbeit Tätigen.

Verankern meint «das Gesicht» der lokalen oder regionalen Sozialpolitik in der Bevölkerung zeigen und dafür einstehen.

Gleich wie der Gesetzgeber geht auch der Fachbereich Soziale Arbeit der Berner Fachhochschule davon aus, dass die Sozialbehörden mit der Erfüllung dieser Aufgaben wichtige Beiträge für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung im Kanton Bern leisten. Diese Broschüre mit Folgerungen und Empfehlungen für die Praxis der Sozialbehörden soll diese anspruchsvolle Arbeit unterstützen. In dieser Form macht die Berner Fachhochschule die Ergebnisse ihrer Studie «Sozialbehörden im Kanton Bern» bei Behördenmitgliedern und weiteren Interessierten bekannt und nutzbar.

Nun sind mit der Teilrevision des Sozialhilfegesetzes 2012 die Aufträge der Sozialbehörden aktuellen Entwicklungen angepasst und neu formuliert worden. Daher wird in dieser Broschüre ein Teil der 2008 bis 2009 erarbeiten Ergebnisse der Studie nicht berücksichtigt, weil sie für die künftige Arbeit der Sozialbehörden nicht mehr relevant sind.

Der Fokus dieser Broschüre liegt auf den praktischen Aspekten der Arbeit der Sozialbehörden. Für die formalen Aspekte ist eine Wegleitung der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern vorhanden.
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