Working poor

Ein soziales Problem - ein Problem für die Soziale Arbeit?


ISBN-Nr.:
978-3-03796-444-6
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
90
Erscheinungsjahr:
2000
Publikationsdatum:
16.11.2012
Verlag
Edition Soziothek
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Anfang der Neunzigerjahre stieg die Anzahl an Firmenrestrukturierungen und Entlassungen massiv an. Gleichzeitig wurde u.a. aus wirtschaftlichen Kreisen die Liberalisierung des freien Marktes propagiert, die Aktienkurse stiegen und die Kluft zwischen armen und reichen Menschen nahm und nimmt ständig zu. Wer nicht zu den Gewinner/-innen dieser Entwicklung gehört fühlt sich oft ohnmächtig und hilflos. Working poor sind Menschen, die trotz vollem Beschäftigungsgrad kein existenzsicherndes Einkommen erzielen. Sie gehören zu den Verlierer/-innen der eben beschriebenen Entwicklung. Working poor ist ein aktuelles Thema, das in den Medien seit längerer Zeit präsent ist, einen breiten Teil der kritisch denkenden Öffentlichkeit beschäftigt und zu gesellschaftspolitischen Diskussionen Anlass gibt.

In unserer zukünftigen Rolle als Sozialarbeiter/-innen sind wir mit verschiedenen Ebenen des beruflichen Handelns konfrontiert. Wir stehen in direktem Kontakt mit den Klient/-innen und teilweise mit deren sozialen Umfeld. Wir arbeiten mit anderen (sozialen) Organisationen und Institutionen zusammen und setzen uns mit gesellschaftlichen Zusammenhängen auseinander. Unter dem Aspekt des beruflichen Handelns haben wir uns in Bezug auf das Problem working poor folgende Hauptfragen gestellt:
- Handelt es sich beim Phänomen working poor um ein soziales Problem und ist die Soziale Arbeit für das Problem und die entsprechende Problemlösung zuständig?
- Wer ist für das Problem working poor verantwortlich?

Ausgehend von diesen Fragestellungen haben wir unsere Arbeit systematisch aufgebaut. Im ersten Teil klären wir die Begriffe zum Thema working poor und zur Armut. Mit einem theoretischen Input beleuchten wir die Ursachen von Armut sowie die Lebenslagen von working poor.

Im zweiten Teil der Diplomarbeit klären wir die Frage, ob das Problem working poor ein soziales Problem sei und ob es in den Zuständigkeitsbereich der Sozialarbeit falle. Die Antworten darauf versuchen wir anhand zweier theoretischer Ansätze zu erarbeiten. In beiden Teilen beziehen wir die Sicht von drei Expertinnen der Sozialarbeit mit ein, die den Bezug zur Praxis herstellt und zur Veranschaulichung theoretischer Zusammenhänge dienen soll. Ein Schwerpunkt dieses Teils der Arbeit besteht darin, die verschiedenen praktizierten und politisch diskutierten Lösungsmöglichkeiten vorzustellen und sie aus unserer Sicht teilweise zu hinterfragen.

Im dritten Teil unserer Arbeit stellen wir die schwierige Frage: Wer ist für das Problem working poor verantwortlich? Um darauf eine Antwort zu bekommen, führen wir in die Grundbegriffe der Ethik ein und stellen die integrative Wirtschaftsethik in ihren Grundzügen vor. Anschliessend fragen wir, was sozial verantwortliches Handeln in wirtschaftlichen und politischen Zusammenhängen heisse. Weiter stellen wir kurz vor, wie die Wirtschaft und die Soziale Arbeit bereits heute zusammenarbeiten und wie Unternehmer punktuell soziale Verantwortung wahrnehmen.

Im vierten Teil unserer Arbeit zeigen wir in Form einer Vision eine kreative Idee zur Bewältigung des Problems working poor auf. Mit offenen Fragen, die zum Weiterarbeiten und -denken anregen sollen schliessen wir unsere Arbeit ab.
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