Kindeswohl und Kindeswille in hochstrittigen Trennungs- und Scheidungssituationen

ISBN-Nr.:
978-3-03796-429-3
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Seitenzahl:
176
Erscheinungsjahr:
2007
Publikationsdatum:
27.06.2012
Verlag
Edition Soziothek
Kostenlos Herunterladen
Zahlen aus der Forschung belegen, dass ca. 10% der Scheidungsfamilien mit minderjährigen Kindern über Jahre hinweg durch schwerwiegende Konflikte belastet sind. Hochstrittige Elternkonflikte stellen das höchste Risikopotential für die Entwicklung der betroffenen Kinder dar. Wenn die Bedürfnisse der Kinder im Streit der Eltern untergehen, wenn Kinder Mühe haben, ihren Willen zu bekunden oder wenn dieser sogar durch die Obhuts- oder Sorgeberechtigten induziert wurde, dann ist das Kindeswohl massiv gefährdet. Die Kinder leiden nachhaltig und benötigen dringend Hilfe.

Die Arbeit geht der Situation von Familien und Kindern nach, die nachhaltig im Trennungskonflikt verstrickt bleiben. Sie beantwortet die Frage, wo und ob die Soziale Arbeit mit den gesetzlichen Kindesschutzmassnahmen Möglichkeiten hat, den eskalativen elterlichen Konflikt zu reduzieren und eine Kooperationsbereitschaft bei den Eltern im Sinne des Kindeswohls wieder herbeizuführen. Die Begriffe Kindeswohl, Kindeswille und Hochstrittigkeit werden aus gesellschaftlich, juristischen und psychologischen Sichtweisen aus definiert und erklärt. Das Ergehen der Kinder im eskalativ familialen Trennungsprozess wird dargestellt. Diese Kinder leiden oft nachhaltig und bilden nicht selten ein Parental Alientation Syndrom aus.

Die hochstrittige elterliche Haltung hat Auswirkungen auf die Soziale Beratungsarbeit. Sie muss sich mit Pflichtklienten befassen, die sich konfrontiert sehen mit ungefragter Beratung und der Kontrolle über das Kindeswohl. Gesetzlicher Auftrag und Kindeswohl müssen umgesetzt werden. Der Kindeswille wird in Anhörungen berücksichtigt und das Kindeswohl durch die Errichtung einer Beistandschaft geschützt. Das Leiden der betroffenen Kinder gilt es zu lindern durch Gewährleistung des persönlichen Kontakts zum ausserhalb lebenden Elter.

Für diese spezielle Soziale Beratungsarbeit werden Handlungsleitlinien für den Umgang mit hochstrittigen Eltern abgeleitet und mögliche Interventionen dargestellt. Insbesondere sollen Folgerungen für die Gestaltung der famililen Beziehungen und der Kind-Eltern-Beziehungen nach der Trennung getroffen werden, ohne dass die professionelle Begleitung in Form der Erziehungsbeistandschaft im elterlichen Konflikt gegen das Wohl des Kindes ausgespielt wird. Neben systemischen Ansätzen, müssen direktive Beratungsansätze angewendet werden durch Weisung, angeordnete Mediation, Sozialvertrag und Schlichtungsvertrag.
Mehr Weniger