Selbstwerteinschätzungen von Sozialhilfebeziehenden in Arbeitsintegrationsprogrammen

ISBN-Nr.:
978-3-03796-547-4
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
118
Erscheinungsjahr:
2015
Publikationsdatum:
02.09.2015
Verlag
Edition Soziothek
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Erwerbslosigkeit hat einen negativen Einfluss auf das Selbstwertgefühl eines Menschen. Dies zeigen diverse Studien und Forschungsarbeiten. Sozialhilfeempfängerinnen und Sozialhilfeempfänger sind häufig seit längerer Zeit erwerbslos. Daher muss davon ausgegangen werden, dass Betroffene häufig unter einem tiefen Selbstwertgefühl leiden. Arbeitsintegrationsprogramme haben in erster Linie den Auftrag, Menschen wieder in den Arbeitsmarkt zu bringen. Ob und wie die Programme den Selbstwert von Teilnehmenden stärken, ist jedoch kaum erforscht. Die vorliegende Arbeit geht der Frage nach, inwiefern eine Teilnahme an einem Arbeitsintegrationsprogramm einen Einfluss auf die Selbstwerteinschätzung der Teilnehmenden hat und welche anderen Einflüsse diese beeinflussen. Um die Veränderungen der Personen verstehen zu können, stellt diese Arbeit im theoretischen Teil eine Definition des Selbstwertbegriffes nach Coppersmith (1967, S. 4-5) dar und beschreibt diverse Selbstwerttheorien. Weiter wird der Einfluss der Faktoren Arbeit, Familie und sozioökonomischer Status auf den Selbstwert erläutert. Die Fallstudie besteht aus drei Teilnehmenden eines Arbeitsintegrationsprogrammes, welche anhand eines Leitfadeninterview befragt wurden. Die Daten wurden mittels der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

Bei allen interviewten Personen sind Anzeichen einer Selbstwertveränderung feststellbar. Die interviewten Teilnehmenden, welche sich bei ihrer Selbstwerteinschätzung auf die ihre sozialen Kontaktfähigkeiten und das Eingebundensein in funktionierende Beziehungen abstützen, profitieren stärker von einem Einsatz bei einem Arbeitsintegrationsprogramm, als solche deren Selbstwerteinschätzung auf ihren individuellen Fähigkeiten basiert. Zudem wird in dieser Arbeit deutlich, dass die Vorgeschichte aller Interviewpartner und Interview Partnerinnen ein entscheidendes Kriterium für eine mögliche Selbstwertveränderung darstellt. Insbesondere ist massgebend, wie die interviewten Teilnehmenden des Arbeitsintegrationsprogrammes den sozioökonomischen Status gewichten. So leidet der Selbstwert der untersuchten Teilnehmenden, die sich den gesellschaftlichen Hierarchien bewusst sind und dem sozioökonomischen Status einen hohen Stellenwert beimessen, unter der offensichtlichen Entfernung des Arbeitsintegrationsprogrammes zum ersten Arbeitsmarkt.
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