«Freiwillige Unterstützung zugänglich gestalten»
Freiwillige Unterstützungsangebote zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenz: Chancen, Grenzen und Zugangsbarrieren für mehrfachbelastete Familien: Perspektiven von zuweisenden und unterstützenden Fachpersonen im Kanton Luzern
Freiwillige Unterstützungsangebote leisten im Kindesschutz einen wichtigen Beitrag zur Prävention und zur Stärkung elterlicher Erziehungskompetenz. Besonders für mehrfachbelastete Familien können niederschwellige Beratungsangebote Halt und Orientierung bieten. Die Arbeit untersucht, welche Faktoren die Inanspruchnahme solcher Angebote durch mehrfachbelastete Familien beeinflussen. Ziel war es, aus Sicht zuweisender und unterstützender Fachpersonen im Kanton Luzern hemmende und förderliche Bedingungen zu identifizieren, um praxisorientierte Handlungsempfehlungen für die Soziale Arbeit abzuleiten. Dazu wurden leitfadengestützte Expert:inneninterviews mit Fachpersonen aus verschiedenen Praxisfeldern geführt und mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass die Inanspruchnahme freiwilliger Angebote stark von der Passung zwischen Angebotsstruktur und familiärer Lebenswelt abhängt. Scham, Sprachbarrieren und unklare Zuständigkeiten erschweren den Zugang, während Information, Kontinuität und vertrauensfördernde Beziehungsarbeit als zentrale förderliche Faktoren genannt werden. Die Untersuchung verdeutlicht, dass Freiwilligkeit nur dann wirksam wird, wenn sie strukturell abgesichert, niederschwellig zugänglich und aktiv begleitet ist. Für die Soziale Arbeit bedeutet dies, Brücken zwischen institutionellen Anforderungen und den komplexen Lebensrealitäten mehrfachbelasteter Familien zu schlagen. Eine sozialraumorientierte, aufsuchende und vernetzte Praxis erleichtert den Zugang und fördert Teilhabe. Gleichzeitig braucht es klare Strukturen und ausreichende Ressourcen, damit freiwillige Unterstützung gezielt wirken kann.