(K)ein Raum für alle

Eine sozialräumliche Untersuchung des Erlebens erwachsener Menschen im Autismus-Spektrum bei der Nutzung öffentlicher Räume und die Ableitung von Handlungsperspektiven für die Profession der Sozialen Arbeit

Ist der öffentliche Raum (k)ein Raum für alle? Die Arbeit untersucht, wie erwachsene Menschen im Autismus-Spektrum öffentliche Räume erleben und welche sozialräumlichen sowie professionsbezogenen Schlussfolgerungen sich daraus für die soziale Arbeit ergeben. Zur Einordnung setzt sie Wahrnehmungs- und Informationsbesonderheiten sowie individuelle Anpassungsprozesse in Beziehung zu räumlichen, sozialen und strukturellen Bedingungen. Den Rahmen bilden relationale Raumkonzepte sowie ethische, rechtliche und fachliche Grundlagen der Sozialen Arbeit. Empirisch wurden mit drei Erwachsenen im Autismus-Spektrum Guided-Walks in Luzern durchgeführt und mittels strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet. Zwei Fachexpertisen ergänzten die Diskussion. Die fall- und kontextbezogenen Ergebnisse zeigen, dass Reizverarbeitung, Orientierung und Antizipation einen erheblichen, für Aussenstehende oft unsichtbaren Energieaufwand erfordern. Lärm, Unvorhersehbarkeit, soziale Dichte und fehlende Rückzugsmöglichkeiten erschweren die Nutzung. Klare Informationen, verlässliche Strukturen, Wahlmöglichkeiten und respektvolle Kommunikation wirken dagegen entlastend. Individuelle Strategien erweitern Handlungsspielräume, heben strukturelle Barrieren jedoch nicht auf. Selbstbestimmte Teilhabe verlangt daher geteilte Verantwortung. Die Soziale Arbeit ist gefordert, Selbstermächtigung, zugängliche Angebote, Sensibilisierung, Vernetzung, Interessenvertretung und partizipative Sozialraumgestaltung auf individueller, organisationaler und gesellschaftlicher Ebene zu fördern. Ein praxisnaher Ansatz zeigt sich im Fachkonzept Sozialraumorientierung Inklusive.

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Chiara Melone
(K)ein Raum für alle?
Eine sozialräumliche Untersuchung des Erlebens erwachsener Menschen im Autismus-Spektrum bei der Nutzung öffentlicher Räume und die Ableitung von Handlungsperspektiven für die Profession der Sozialen Arbeit
Bachelor-Thesis
10.08.2026