«Wohnen für Hilfe» als Lösungsansatz für Wohnungsnot und mangelnde Betreuung im Alter?
Chancen und Herausforderungen einer generationenverbindenden Wohnform in der Sozialen Arbeit
Die Masterthesis untersucht das generationenverbindende Wohnmodell «Wohnen für Hilfe» von Pro Senectute Kanton Zürich als möglichen Lösungsansatz für zwei drängende gesellschaftliche Herausforderungen: den zunehmenden Wohnraummangel und den Betreuungsbedarf älterer Menschen. Ziel ist es, «Wohnen für Hilfe» umfassend zu analysieren, indem die Motivation, Bedürfnisse und Lebensrealitäten der Beteiligten untersucht, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen identifiziert sowie das Potenzial des Modells zur Bewältigung von Wohnraum und Betreuungsmangel im Alter aufgezeigt werden, um daraus praxisrelevante Erkenntnisse für die Soziale Arbeit abzuleiten. Mithilfe eines Mixed Methods Ansatzes, bestehend aus einer deskriptiven Sekundärdatenanalyse von 194 realisierten Wohnpartnerschaften sowie sechs nach der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewerteten Leitfadeninterviews, wird ein umfassender Einblick in Struktur, Erfolgsfaktoren und Herausforderungen des Angebots gewonnen. Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere junge wie ältere Menschen mit ausreichenden sozioökonomischen Ressourcen an dem Angebot teilnehmen und dass vor allem die soziale Interaktion als Form der Betreuung im Vordergrund steht. «Wohnen für Hilfe» kann für eine bestimmte Zielgruppe nicht nur zu einer effizienteren Nutzung von Wohnraum beitragen, sondern auch ein wertvolles Betreuungselement bieten. Die Resultate liefern eine erste Grundlage, um das Potenzial solcher Wohnmodelle für die Soziale Arbeit aufzuzeigen und praxisnahe Empfehlungen für deren Weiterentwicklung abzuleiten. Gleichzeitig wird deutlich, dass strukturelle Rahmenbedingungen wie gesetzliche Lücken in der Betreuung, begrenzte organisationale Ressourcen in der Vermittlung sowie ein selektiver Zugang zum Angebot die Skalierbarkeit einschränken können.