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Abhängige Unabhängigkeit

Eine qualitative Untersuchung zur Kooperationsrolle von Schulsozialarbeit an Zürcher Tagesschulen

Schulsozialarbeit ist ein Handlungsfeld der Kinder- und Jugendhilfe, das auch in der Schweiz und im Kanton Zürich immer wichtiger wird. Gleichzeitig nimmt die Bedeutung von Tagesschulen zu, die für ein ganztägiges Bildungs- und Betreuungsangebot stehen.

Kooperation gilt als Handlungsprinzip der Sozialen Arbeit und Kernkompetenz von Schulsozialarbeit. Für die Schweiz liegen erst sehr wenige Forschungsergebnisse zu multiprofessioneller Kooperation von Schulsozialarbeit an Tageschulen vor. Diese Master-Thesis geht nun der Frage nach, welche Kooperationsrolle die Schulsozialarbeit an Zürcher Tagesschulen einnimmt. Die Beantwortung der Fragestellung erfolgt anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse von Experteninterviews, durchgeführt mit Fachpersonen der Schulsozialarbeit.

Die Ergebnisse konzentrieren sich auf die Kooperation mit den schulischen Akteurinnen und Akteuren Schulleitung, Lehrpersonen und Hort. Dabei nimmt der Hort einen besonderen Platz ein. Denn hier zeigt sich bisweilen ein mehr als nur sporadisches Kooperationsmodell. Es ist geprägt von intraprofessionellem Austausch, was für die Einzelkämpferin Schulsozialarbeit eine besondere Chance bietet.

Ansonsten bringen die Befunde keine grundlegenden Unterschiede zwischen Tages- und Halbtagsschulen zum Vorschein. Vielmehr illustrieren sie, dass Schulsozialarbeit in ihrer Kooperationstätigkeit immer im Spannungsfeld von Jugendhilfe und Schule steht und deshalb aus einer Position der abhängigen Unabhängigkeit agiert.

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David Rühle
Abhängige Unabhängigkeit
Eine qualitative Untersuchung zur Kooperationsrolle von Schulsozialarbeit an Zürcher Tagesschulen
Master-Thesis
82 Seiten
01.2017
978-3-03796-615-0