Anti-Gender-Narrative der SVP und ihre Wirkung auf junge Frauen
Kritische politische Bildung als Aufgabe der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Kontext rechtspopulistischer Geschlechterdiskurse
In dieser Bachelorarbeit «Anti-Gender-Narrative der SVP und ihre Wirkung auf junge Frauen: Kritische politische Bildung als Aufgabe der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Kontext rechtspopulistischer Geschlechterdiskurse», untersucht Julia Knüsel, wie sich Anti-Gender-Narrative in der Schweizerischen Volkspartei (SVP) zeigen und welche gezielt junge Frauen ansprechen. Analysiert wird, welche gesellschaftliche und politische Funktion die Geschlechterpolitik im rechtspopulistischen Diskurs erfüllt und weshalb junge Frauen für diese Narrative besonders empfänglich sind. Es werden die fachlichen und normativen Grundlagen der Soziokulturellen Animation (SKA) sowie der Offenen Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) beleuchtet, um den daraus resultierenden Handlungsbedarf zu begründen. Zudem wird die Frage aufgegriffen, wie kritische politische Bildung in der OKJA gestaltet werden kann, um junge Frauen zur reflexiven Auseinandersetzung mit Anti-Gender-Politik zu befähigen. Methodisch stützt sich die Arbeit auf Literaturanalysen und gliedert sich in die vier Wissensarten Beschreibungs-, Erklärungs-, Bewertungs- und Handlungswissen. Die Ergebnisse zeigen, dass die SVP junge Frauen gezielt anspricht, indem sie Emotionalisierung, Feindbildkonstruktionen, die Re-Naturalisierung von Geschlecht und die Inszenierung traditioneller Werte einsetzt. Soziale Medien und die Inszenierung von Weiblichkeit verstärken die Anschlussfähigkeit dieser Narrative. Daraus ergibt sich ein der Bedarf, kritische politische Bildung in der OKJA geschlechtersensibel zu gestalten. Die OKAJ kann so einen wichtigen Beitrag zur Förderung demokratischer Werte und zur Prävention gesellschaftlicher Spaltung leisten.