Antifeminismus und männliche* Jugendliche

Ein kohäsionsfördernder Ansatz für die Offene Jugendarbeit

Diese Bachelorarbeitet bettet das Thema Antifeminismus in den Kontext männlicher* Jugendlicher, sozialer Kohäsion und Offener Jugendarbeit ein. Antifeminismus ist als breit anschlussfähiges Zusammenspiel geschlechtsspezifischer Diskriminierungsformen und Narrative zu begreifen, das patriarchale Machtverhältnisse stabilisiert und in geschlechtsspezifische Gewalt münden kann. Seine digitale Erscheinungsform als Manosphere bietet männlichen* Jugendlichen in ihrer Identitätsentwicklung ein mögliches Orientierungsangebot durch antifeministische Inhalte von Influencern. Antifeminismus kann die soziale Kohäsion schwächen und eine Herausforderung für die Offene Jugendarbeit darstellen. Mit einer leitfadengestützten Expert*innen-Gruppendiskussion wurde untersucht, wie Fachpersonen der Offenen Jugendarbeit antifeministische Tendenzen bei männlichen* Jugendlichen wahrnehmen, einschätzen und in der Praxis damit umgehen. Sie nahmen verschiedene antifeministische Tendenzen wahr, schätzten die Jugendlichen allerdings nicht als per se antifeministisch, doch als von Antifeminismus geprägt ein. Ihr Praxishandeln zeigte sich konfrontierend, limitierend und sensibilisierend. Zudem förderten sie Aushandlungsprozesse unter Jugendlichen. Aus den Ergebnissen lassen sich eine Orientierung am hegemonialen Männlichkeitsbild und erste Signale für antifeministische Einflüsse sowie Potenzial zur Schaffung eines sicheren Rahmens für männliche* Jugendliche zum Äussern eigener Unsicherheiten ableiten. Ein kohäsionsfördernder Umgang sowie ein genderreflektierender Ansatz stellen mögliche Schlussfolgerungen für die Praxis der Offenen Jugendarbeit dar.

Mehr Weniger
Simone Crevoisier
Antifeminismus und männliche* Jugendliche
Ein kohäsionsfördernder Ansatz für die Offene Jugendarbeit
Bachelor-Thesis
10.08.2026