Aspekte zur beruflichen Integration bei durch Folter und Flucht traumatisierten Flüchtlingen im erwerbsfähigen Alter

Unterstützungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit


ISBN-Nr.:
978-3-03796-714-0
Produkttyp:
Elektronisches Buich
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
130
Erscheinungsjahr:
2018
Publikationsdatum:
15.02.2019
Verlag / Hochschule
Edition Soziothek
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In den Beratungen von anerkannten Flüchtlingen stellt sich die Unterstützung in die Arbeitsintegration immer wieder als grosse Herausforderung dar. Mangelnde Sprachkenntnisse und Qualifikationen, aber insbesondere auch physische wie psychische Einschränkungen als Konsequenzen einer Traumatisierung durch Folter- und Fluchterfahrungen erweisen sich als immense Hürden. Bund, Kantone und Gemeinden nehmen für eine erfolgreichere Arbeitsintegration von Flüchtlingen diverse Anpassungen vor. Den vielfältigen Folgen einer Traumatisierung dieser Menschen wird allerdings wenig Beachtung geschenkt.

In dieser Arbeit soll daher der Frage nachgegangen werden, welche Bedürfnisse traumatisierte Flüchtlinge im Prozess der beruflichen Integration haben und welche Konsequenzen sich dadurch für die Soziale Arbeit auf der Makro-, Meso- und Mikroebene ableiten lassen. Der Fokus soll dabei auf Aspekten der Traumatisierung liegen.

Dazu wird zuerst auf einige für die Schweiz relevante Studien zum Thema eingegangen. Danach folgen Erklärungen zur Zielgruppe um aufzuzeigen, dass die Personengruppe zwar klein, der Anteil der Sozialhilfebeziehenden innerhalb dieser Gruppe jedoch sehr gross und die Arbeitsintegration der Betroffenen dementsprechend schwierig ist. Anschliessend wird Fachliteratur zu den Themen Trauma und Traumafolgestörungen aufgrund von Folter und Flucht, sowie Integration aus soziologischer Perspektive und spezifisch zur Arbeitsintegration aufgearbeitet und beigezogen.

Als empirischer Teil werden vier Interviews mit traumatisierten Flüchtlingen durchgeführt und anhand einer qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet, welche im Anschluss Rückschlüsse auf die Bedürfnisse der Interviewten geben soll. Die Ergebnisse der Interviews werden mit dem zuvor aufgearbeiteten Konzept der Handlungsbefähigung verbunden, um davon ausgehend Ableitungen u.a. für die Soziale Arbeit auf Makro-, Meso- und Mikroebene vorzunehmen.

Für die Soziale Arbeit stehen insbesondere die Unterstützungsmöglichkeiten der Mikroebene im Vordergrund. Dort sind Vertrauensaufbau und längerfristige Begleitung, Entgegenbringen von Wertschätzung und Akzeptanz sowie die Möglichkeit für partizipative Erfahrungen von Bedeutung. Ferner müssen Zugänge zu Ressourcen und deren Aktivierung geschaffen werden. Auf Mesoebene kann festgehalten werden, dass es Bemühungen braucht, die Arbeitstätigkeit für Flüchtlinge individuell an physische und psychische Einschränkungen anzupassen. Die interinstitutionelle Zusammenarbeit innerhalb der Arbeitsintegration wird aktuell auf Makroebene intensiviert. Die gesetzlichen Veränderungen werden zeigen, ob sich in Zukunft eine Verbesserung der Arbeitsintegration von Flüchtlingen verzeichnen lässt. Die Hürden der Integration von Flüchtlingen werden damit nicht gänzlich beseitigt sein, dazu braucht es ein allgemeines Verständnis sowie Akzeptanz aller Beteiligten zur Thematik der Traumatisierung, die den Betroffenen mehr Zeit für ihren Integrationsprozess gewähren.
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