Care Leaver:innen im Übergangsprozess in die Selbständigkeit
Eine qualitative Forschungsarbeit zu Herausforderungen und Ressourcen in der Gestaltung und Pflege sozialer Netzwerke sowie sozialpädagogische Handlungsperspektiven
Care Leaver:innen sind junge Erwachsene, welche den Übergang aus einem stationären Setting in die Selbständigkeit zu bewältigen haben. Die Autoren Philipp Grossmann und Dario Grossenbacher gehen mit dieser Arbeit der Frage nach, welche Herausforderungen und Ressourcen Care Leaver:innen bei der Gestaltung und Pflege ihrer sozialen Netzwerke wahrnehmen. Die Grundlage für die Bearbeitung des theoretischen Bezugsrahmens stellt zum einen das Konzept der Lebensbewältigung nach Böhnisch dar und zum anderen die Dissertation von Manuel Theile zu den Sozialen Netzwerken von Jugendlichen im Übergang aus der Heimerziehung. Der empirische Teil dieser Arbeit untersuchte, welche Rolle die institutionellen, freundschaftlichen und familiären Beziehungen spielen und welche Herausforderungen und Ressourcen die jungen Erwachsenen dabei wahrgenommen haben. Um diese Fragen zu beantworten, wurden acht junge Care Leaver:innen mittels problemzentrierten Interviews nach Witzel befragt. Die Ergebnisse wurden dann mithilfe der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker ausgewertet und interpretiert. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit zeigen auf, dass Care Leaver:innen teilweise unter erschwerten Umständen ihr eigenes soziales Netzwerk aufbauen und pflegen müssen und dass es dabei zu zahlreichen Hürden und Herausforderungen kommen kann. Die konkreten Handlungsempfehlungen für Fachpersonen der Sozialen Arbeit liegen zum einen in Aufklärungsarbeit auf gesellschaftlicher Ebene wie auch in der direkten Bezugspersonenarbeit mit der Klientel, damit zukünftige Care Leaver:innen optimal im Übergangsprozess in die Selbständigkeit begleitet werden können.