Coming-out-Prozesse junger, nicht-heterosexueller Frauen mit Fokus auf Resilienz
Ressourcenförderung durch die Soziale Arbeit
Diese Bachelorarbeit erforscht den Coming-out-Prozess nicht-heterosexueller cis-Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren: Eine Lebensphase, in der persönliche Identität, neue soziale Rollen und berufliche Weichenstellungen zusammentreffen. Coming-out bedeutet nicht nur das Aussprechen der sexuellen Orientierung, sondern einen vielschichtigen Prozess der Selbstfindung und sozialen Positionierung. Im Fokus steht die Rolle von Resilienz, verstanden als Fähigkeit, trotz Belastungen handlungsfähig zu bleiben. Auffallende Faktoren wie Selbstwirksamkeit, soziale Kontakte, queere Community, internalisierte Heteronormativität und soziale Medien zeigen dabei Wechselwirkungen als Schutz- und Risikofaktoren. Analysiert wird, wie diese individuellen, sozialen und strukturellen Bedingungen den Coming-out-Prozess in den einzelnen Phasen fördern oder hemmen. Grundlage bilden theoretische Modelle zur Identitätsentwicklung, Coming-out Modelle, Resilienz und das Minderheitenstressmodell. Mittels problemzentrierten Interviews werden persönliche Erfahrungen, Hilfestellungen sowie emotionale Herausforderungen erfasst und qualitativ ausgewertet. Die Arbeit zeigt deutlich, dass Coming-out weit mehr ist als ein einmaliges Ereignis. Es ist ein komplexer, oft jahrelanger Weg, dessen Gelingen stark von Umwelteinflüssen abhängt. Faktoren wie Familie, soziale Kontakte und eine niederschwellige Wissensbeschaffung wirken fördernd. Ablehnung, Diskriminierung und fehlende Unterstützung wirken dagegen belastend und schwächen Bewältigungsstrategien. Sie liefert praxisnahe Ansätze, wie die Sozialarbeit queersensible Unterstützung bieten, Resilienzfaktoren stärken und Barrieren abbauen kann.