Connected to the World?

Zum Integrationspotenzial von Social Media bei jungen Menschen mit Fluchtbiografie


ISBN-Nr.:
978-3-03796-659-4
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
79
Erscheinungsjahr:
2018
Publikationsdatum:
30.01.2018
Verlag
Edition Soziothek
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Social Media sind ein Mittel zur Informationsaneignung, Vernetzung und Interaktion, welche auch junge Menschen mit Fluchtbiografie nutzen. Interaktion, Vernetzung und Informationsaneignung sind gleichzeitig Mittel der Integration. Damit liegt die Frage nahe, ob Social Media einen Beitrag zur sozialen Integration von jungen Menschen mit Fluchtbiografie leisten.

Social Media Aktivitäten lassen sich als soziale Praktiken in einem digitalen sozialen Raum beschreiben und Social Media Plattformen als digitale soziale Felder. Bourdieus Konzepte des sozialen Raums und der sozialen Felder, welche von Kapitalformen strukturiert werden, erlauben es, soziale Medien und die darin vollzogenen Aktivitäten zu analysieren. Sein Konzept wird um den Begriff des erotischen Kapitals nach Catherine Hakim erweitert, um geschlechterspezifische Unterschiede zu erklären.

Mit einer Methodenkombination aus Leitfadeninterviews und teilnehmender Beobachtung wurde das Social Media Verhalten von vier jungen, in die Schweiz geflüchteten Menschen untersucht. Es werden Kapitalsorten in der Social Media Nutzung identifiziert und im Zusammenhang mit dem bereits ab früher Kindheit erworbenen Kapital werden Erklärungen für die unterschiedlichen Social Media Praktiken abgeleitet.

Es erweist sich, dass die Social Media Praktiken der untersuchten Personen sich je nach deren sozioökonomischer Herkunft unterscheiden. Während sie für einige vorrangig zur Aneignungvon Informationen und Wissen dienen, nutzen andere sie eher zur Akkumulation symbolischen Kapitals und Vernetzung oder Kontaktpflege mit Angehörigen und anderen Menschen, welche aber nicht zwangsläufig in der Schweiz leben.

Die Autorin kommt zum Schluss, daß Social Media Praktiken einen Beitrag zur Integration junger Menschen mit Fluchtbiografie leisten, wenn die Betroffenen über ausreichend materielle Ressourcen, insbesondere über hinreichend häufigen Internetzugang sowie über kulturelle Fertigkeiten verfügen, sie so für sich nutzbar zu machen.
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