Das gute Leben hinter Gittern

Welchen Beitrag kann die Resonanztheorie für die Soziale Arbeit im Strafvollzug leisten?


ISBN-Nr.:
978-3-03796-632-7
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
57
Erscheinungsjahr:
2017
Publikationsdatum:
04.08.2017
Verlag
Edition Soziothek
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Soziale Arbeit hat das gute Leben ihrer Klientel zum Ziel. Dieses wird jedoch häufig von allgemeinen Normen und institutionellen Vorgaben überlagert oder in gesellschaftlichen und politischen Diskursen in Frage gestellt. Erkennbar wird dieser Mechanismus beispielsweise anhand der Verdrängung der Resozialisierung als Leitidee des Strafvollzuges zugunsten einer Etablierung der Risikoorientierung. Diese legt angesichts knapper Zeitressourcen einen Fokus auf das Delikt und dem damit verbundenen Risiko auf eine erneute Straftat. Dabei geraten klassische Aufgaben und Stärken Sozialer Arbeit, die im Bereich der Resozialisierung anzusiedeln sind, unter Druck. Fachkräfte und Wissenschaftler kritisieren ausserdem die mangelnde Beachtung der Bedürfnisse straffällig gewordener Personen. Sie tun dies in der Annahme, dass die Befriedigung wichtiger Bedürfnisse ein hohes Mass an persönlicher Zufriedenheit ausmacht und ein gutes Leben wiederum die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Delinquenz reduzieren würde. Weiter wird festgestellt, dass es den aktuellen Arbeitskonzepten der Sozialen Arbeit im Justizvollzug an Leitlinien bezüglich der Beziehungsgestaltung fehlt, obwohl diese als essentiell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit erachtet wird.

Nach einer Darlegung dieser aktuellen Herausforderungen wird die Resonanztheorie des deutschen Soziologen Harmut Rosa herangezogen und auf ihren möglichen Beitrag für die Soziale Arbeit im Strafvollzug geprüft.

Rosa füllt das Konzept des guten Lebens inhaltlich: die Grundlage dafür ist ihm zufolge Resonanz. Er verfolgt die These, dass es darauf ankommt, wie Subjekte die Welt erfahren und dass sie ihre eigene Wirksamkeit erleben. So läuft die Definition des guten Lebens bei Rosa über die Qualität von Beziehungen, womit sich für die Soziale Arbeit im Strafvollzug abseits einer Ressourcenorientierung neue Möglichkeiten eröffnen, zu einem guten Leben beizutragen.
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