Das hat mir geholfen
Resilienzstärkende Faktoren bei armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen
Armut ist vererbbar: Für Kinder aus armutsbetroffenen Familien ist es oft schwierig, sich aus der Sozialhilfe zu lösen. Es gibt aber auch Gegenbeispiele, einigen gelingt es, die soziale Immobilität zu durchbrechen. Die Bachelorarbeit von Aline Bachmann und Cédric Feichtinger mit dem Titel «Das hat mir geholfen – Resilienzstärkende Faktoren bei armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen» rückt diese positiven Fälle in den Fokus. Sie geht der Frage nach: «Wie kann die Soziale Arbeit auf die Herausforderungen von armutsbetroffenen Kindern und Jugendlichen reagieren, um deren Resilienz zu stärken?» Ziel der Autor*innen war es, die Lebenswelt armutsbetroffener Kinder und Jugendlicher besser zu verstehen, um Handlungsfelder für die Soziale Arbeit abzuleiten. Dafür wurden vier junge Erwachsene qualitativ interviewt, deren Familien in ihrer Kindheit zeitweise wirtschaftliche Sozialhilfe bezogen. Die Forschungsarbeit kommt zum Ergebnis, dass Kinder und Jugendliche dann besonders resilient waren, wenn sie über Persönlichkeitsmerkmale und Kontrollmechanismen wie Willensstärke, Selbstvertrauen und Kommunikationsfähigkeit verfügten, und stabile Bezugspersonen hatten. Hilfe boten den Befragten Grosseltern und Gleichaltrige. Im Zeitverlauf wurde Bildung als Schlüssel zur sozialen Mobilität deutlich. Die Soziale Arbeit kann die Resilienz armutsbetroffener Kinder und Jugendlicher stärken, indem innerhalb der wirtschaftlichen Sozialhilfe mehr Raum geschaffen wird, um die Kinderrechtskonvention umzusetzen. Dies gelingt durch mehr Begleitzeit und Ressourcen durch Sozialarbeitende, die obligatorische Entrichtung von fördernden, situationsbedingten Leistungen und einer besseren Zusammenarbeit mit anderen sozialen Anbietern.