Den Zugang zu Meldestellen in spezialisierten Institutionen barrierefrei gestalten
Eine qualitative Untersuchung
Diese Bachelorarbeit untersucht die Zugänglichkeit von Präventions- und Meldestellen in spezialisierten Institutionen für Menschen mit einer Beeinträchtigung. Im Fokus steht die Frage, inwiefern bestehende Zugangsbarrieren eine unabhängige Inanspruchnahme erschweren und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus für die Soziale Arbeit ergeben.
Ausgehend von einem hohen Unterstützungsbedarf und der damit verbundenen Abhängigkeit der Dienstleistungsnutzenden gegenüber vom Fachpersonal ist das Risiko, Gewalt zu erfahren, deutlich erhöht (Bundesrates, 2023, S. 12). Der Schlussbericht von Krüger et al. (2023) bestätigte, dass der Zugang zu entsprechenden Stellen bislang nicht vollumfänglich barrierefrei gestaltet ist (S. IX).
Auf der Grundlage einschlägiger Fachliteratur wurden qualitative Interviews mit Prävention und Meldestelle-Fachpersonen sowie einem*einer Expert*in in eigener Sache geführt. Die Auswertung zeigt, dass insbesondere Menschen mit schwerer Mehrfachbeeinträchtigung keinen unabhängigen Zugang zu internen Meldestrukturen erhalten. Erste alltagspraktische Ansätze hierzu existieren, müssen jedoch weiterentwickelt werden. Aufsuchende Meldesysteme sind bisher kaum implementiert. Deren Mehrwert wird anerkannt; Ressourcenmangel erschwert die konsequente Umsetzung. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer besseren institutionellen Vernetzung sowie einer aktiven Rolle der Sozialen Arbeit, um Strukturen zu schaffen, die selbstbestimmte Teilhabe und Schutz vor Gewalt nachhaltig ermöglichen.