Der Übergang nach dem Fallabschluss in der Sozialhilfe

Unterstützungsbedarfe von Personen mit wiederholtem Sozialhilfebezug und Implikationen für eine Nachbetreuung : eine qualitative Untersuchung

Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht den Übergang nach dem Fallabschluss der Sozialhilfe bei Personen mit wiederholtem Sozialhilfebezug im Kanton Bern. Im Zentrum steht die Frage, wie betroffene Personen diese Phase nach dem Fallabschluss erleben und welche Unterstützungsbedarfe sich daraus für eine mögliche Nachbetreuung ableiten lassen.

Nach der Erarbeitung des aktuellen theoretischen Forschungsstandes wurde die Forschungsfrage im Rahmen eines qualitativen Forschungsansatzes bearbeitet. Als Datenerhebungsmethode wurden fünf qualitative, leitfadengestützte Interviews mit Personen geführt, die nach einem vorgängigen Fallabschluss wiederholt Sozialhilfe beziehen. Die erhobenen Daten wurden mittels qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet und mit theoretischen Bezügen zu den Themen Fallabschluss, nachhaltige Ablösung, Nachbetreuung, Niederschwelligkeit und dem Konzept Blended Counseling in Verbindung gebracht.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Übergang nach dem Fallabschluss ambivalent erlebt wird. Einerseits wird die Ablösung als Schritt in Richtung Selbstständigkeit und Unabhängigkeit wahrgenommen. Andererseits blieben finanzielle sowie arbeitsbezogene Unsicherheiten, administrative Anforderungen und persönliche Belastungen bestehen oder traten erneut auf. Zudem zeigt sich, dass Themen wie gesellschaftliche Zuschreibungen, Scham, Stigmatisierungserfahrungen und frühere Behördenkontakte die interviewten Personen beschäftigten. Diese Erfahrungen können dazu führen, dass eine erneute Kontaktaufnahme mit dem Sozialdienst erschwert wird.

Aus den Ergebnissen lässt sich schliessen, dass der Zeitraum nach dem Fallabschluss nicht automatisch mit einer Stabilisierung der Lebenssituation einhergeht. Dieser stellt vielmehr eine sensible Übergangsphase dar, in der weiterhin Unterstützungsbedarfe bestehen können. Die Ergebnisse sprechen dafür, Nachbetreuung nicht als punktuelle Unterstützung, sondern als eigenständigen Bestandteil des Sozialhilfeprozesses mitzudenken. Eine freiwillige und zeitlich begrenzte Nachbetreuung könnte dazu beitragen, betroffene Personen bedarfsgerecht bei der Stabilisierung ihrer Lebenssituation zu begleiten. Dabei zeigt sich die besondere Bedeutung eines niederschwelligen Zugangs zu Unterstützungsangeboten auch nach dem Fallabschluss.

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Kristina Abderhalden, Michelle Maradan
Der Übergang nach dem Fallabschluss in der Sozialhilfe
Unterstützungsbedarfe von Personen mit wiederholtem Sozialhilfebezug und Implikationen für eine Nachbetreuung : eine qualitative Untersuchung
Bachelor-Thesis
99 Seiten
2026
10.26038/2181636