Die Bedeutung der verschiedenen Interessengruppen bei der Entwicklung des Selve-Areals in Thun

ISBN-Nr.:
978-3-03796-727-0
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
99
Erscheinungsjahr:
2019
Publikationsdatum:
16.05.2019
Verlag / Hochschule
Edition Soziothek
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Das Selve-Areal in Thun hat seit der Schliessung der Metallwerke Selve in den 1990er Jahren weitreichende Veränderungen durchgemacht. Die Geschichte wurde mit der neuen Überbauung fast komplett ausgelöscht. Die vorliegende Bachelor-Thesis befasst sich mit den verschiedenen Interessengruppen, welche das Selve-Areal massgeblich prägen. Ziel ist es darzulegen, welche Interessen und Interessengruppen in Bezug auf die aktuelle Überbauung existieren und welche berücksichtigt wurden. Daraus hat sich folgende Forschungsfrage ergeben: Wie sind die verschiedenen Interessen der einzelnen beteiligten Interessengruppen bei der Entwicklung des Selve-Areals in Thun bis zum heutigen Stand gewichtet worden?

Im ersten Teil werden theoretische Grundlagen von Habermas bezüglich seiner Theorie der deliberativen Politik und seinem Modell der Gewalt als Ordnungsprinzip erarbeitet. Daraus ergeben sich die drei Interessengruppen Wirtschaft, Politik und Bürgerinnen und Bürger. Weiter wird auf soziologisches Wissen bezüglich der Städte eingegangen. Diese Theorien werden anschliessend auf die Stadt Thun, insbesondere auf das Selve-Areal angewendet. Dies erfolgt durch die Analyse von thunspezifischer Literatur und Dokumenten, welche durch das Stadtarchiv und das Planungsamt zugänglich gemacht wurden. Zudem wurden zwei Interviews mit Fachpersonen aus dem Bereich Städtebau durchgeführt.

Die Untersuchung hat folgende Ergebnisse hervorgebracht: Die Interessengruppen der Politik und Wirtschaft lassen sich nicht klar voneinander trennen. Die Interessengruppen sind zwar institutionell getrennt. Jedoch werden beide Gruppen durch die Profitlogik dominiert. Weiter liess sich feststellen, dass sich die Politik nicht gegenüber den Investoren durchsetzen konnte. Die Bürgerinnen und Bürger haben sich bei der Überbauung wenig bis gar nicht beteiligt. Jedoch wurden ihnen nur wenige Mittel zur Mitwirkung gewährt.

Auffallend war, wie wenig sich die Bürgerinnen und Bürger in den Prozess der Überbauung einbrachten. Die Gründe für dieses Verhalten können mit dieser Arbeit nicht vollständig geklärt werden. Eine weiterführende Untersuchung wäre jedoch interessant. Auch um das Verhältnis von Bürgerinnen und Bürger und Politik vollkommen zu erschliessen. In diesem Zusammenhang könnte die Soziale Arbeit ansetzen. Sie sollte die Bürgerinnen und Bürger ermächtigen sich in der Gestaltung ihrer Umwelt einzubringen.
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