Die Bedeutung objektiver Daten für die Fallarbeit in der Sozialen Arbeit

Eine qualitative Untersuchung in einer Erwachsenenpsychiatrie


ISBN-Nr.:
978-3-03796-705-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Master-Thesen (MSc)
Seitenzahl:
95
Erscheinungsjahr:
2018
Publikationsdatum:
11.12.2018
Verlag / Hochschule
Edition Soziothek
Kostenlos Herunterladen
Die vorliegende Masterthesis fragt nach der Bedeutung objektiver Daten für die Fallarbeit in der Sozialen Arbeit. Obwohl selbstverständlicher Bestandteil sozialanamnestischer Informationssammlung ist deren Nutzen und Nutzung in und für die Fallarbeit bisher wenig empirisch erforscht. Auf Basis der Annahme, dass sich individuelle Lebensvollzüge in der Dialektik von sozialstrukturellen Rahmenbedingungen und deren fallspezifischer Gestaltung bewegen, wird davon ausgegangen, dass objektive Verlaufs- und Verhältnisdaten individueller Lebenspraxen für die professionelle Fallarbeit in der Sozialen Arbeit einen zentralen Erkenntniswert für die Auseinandersetzung mit fallspezifischen sozialen Problemlagen besitzen. Ziel der Arbeit ist die praxisrelevante Bestimmung der Bedeutung objektiver Daten und ihrer Funktion in Prozessen der sozialen Anamnese, Diagnose und Behandlung. Im theoretischen Teil der Arbeit wird für unterschiedliche theoretische Ansätze Sozialer Arbeit die Bedeutung objektiver Daten in deren konzeptionell methodischen Herangehensweisen in der Fallarbeit herausgearbeitet. Im empirischen Teil wird anhand von Experteninterviews mit Sozialdienstmitarbeitenden einer Erwachsenenpsychiatrie
exemplarisch der Umgang mit objektiven Daten in der Fallarbeit untersucht und mit Methoden der Grounded Theory ausgewertet. Es kristallisierten sich im Ergebnis wesentlich zwei kontrastierende Umgangsweisen mit objektiven Daten in der Anamnese heraus, die den weiteren Prozess der Diagnose und Behandlung unterschiedlich beeinflussen. Zudem wurde die zentrale Erkenntnis gewonnen, dass objektive Daten methodisch als Spuren gelesen Relationierungsfaktoren sind, die konturbildende Prozesse sozial dimensionierender Vorstellungsbildung über subjektive Problemlagen und damit einen professionsspezifischen Zugang Sozialer Arbeit im Prozessbogen der Fallarbeit ermöglichen.
Mehr Weniger