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Die Jugendarbeit Kloten in der Strategie Sozialraumorientierte Bildung

offene Jugendarbeit im Kontext eines erweiterten Bildungsbegriffes

Die Jugendarbeit Kloten wird in der Strategie Sozialraumorientierte Bildung (SROB) der Gemeinde Kloten zu einer Bildungsakteurin erklärt. Welche Chancen und Risiken sich für die Jugendarbeit durch diese proklamierte Integration in das Bildungssystem der Gemeinde formulieren lassen, untersucht diese Arbeit als Fragestellung. In Deutschland ist im Nachgang zu den Resultaten der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 2001 um dem Sammelbegriff Bildungslandschaften ein Fachdiskurs entstanden und es haben sich Projekte etabliert, die den Bildungsbegriff wie auch in SROB ausweiten und lokale oder kommunale Akteur:innen geplant vernetzen wollen. In der Schweiz werden Bildungslandschaften im Diskurs der Sozialen Arbeit nur als Randthema diskutiert und es lassen sich erst wenige Praxisprojekte lokalisieren. Diese Arbeit setzt sich zum Ziel, einen Beitrag zur Intensivierung eines Schweizer Diskurses zu Bildungslandschaften zu leisten und möchte für die Jugendarbeit Kloten Anhaltspunkte liefern, wie sie sich in der Praxis zu SROB verhalten kann. Bildung kann als ein komplexer, biografischer Prozess der subjektinitiierten, intersubjektiven Auseinandersetzung mit der Welt verstanden werden. Ein erweiterter Bildungsbegriff lokalisiert Bildung auch in informellen und non-formalen Settings und integriert ein grundlegendes Verständnis von Selbstbildung. Der Sozialraum muss im Sinne eines relationalen Raumverständnisses als Synthese aus einem physisch-materialistischen und einem sozialkonstruktivistischen Denkschema verstanden werden. Die Jugendarbeit ist Teil des Handlungsfeldes der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, dass durch die Strukturmaximen der Freiwilligkeit und Offenheit geprägt ist und öffentliche Räume als Aneignungsräume von Jugendlichen versteht. In der Strategie SROB ergeben sich für die Jugendarbeit Kloten auf sieben verschiedenen Ebenen Chancen und Risiken. Ein übergreifendes Potenzial ist, dass die Jugendarbeit in SROB als Expertin für die Themen von informeller Bildung und Sozialraumorientierung auftreten kann. In Vernetzungsgefässen mit den lokalen Dachverbänden der Jugendarbeit kann sie einen Diskurs zu Bildungslandschaften anregen und Praxiserfahrungen vermitteln. Eine fehlende Sensibilität und unreflektierte Raum- und Bildungsverständnisse der Fachkräfte zählen zu den Risiken. Eine grosse Chance ist es, die Jugendlichen in den Entwicklungsprozess von SROB, sozialräumliche Analysen sowie die Ausgestaltung von Bildungsangeboten einbeziehen zu können.

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Dario Fässler
Die Jugendarbeit Kloten in der Strategie Sozialraumorientierte Bildung
offene Jugendarbeit im Kontext eines erweiterten Bildungsbegriffes
Bachelor-Thesis
66 S.
01.09.2022