Diskriminierung in der Praxis
Beobachtungen Studierender im Ausbildungspraktikum der Sozialen Arbeit
Diskriminierung stellt eine zentrale Herausforderung in der Sozialen Arbeit dar. Gleichzeitig bedeutet dies, dass hinsichtlich der Wahrnehmung, der Beobachtung und des professionellen Umgangs mit Diskriminierung noch Forschungsbedarf besteht (Logeswaran, 2022, S. 267). Im Fokus der vorliegenden Arbeit steht die Analyse von Erfahrungen, Bewertungsmustern und Umgangsstrategien von Studierenden der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit mit beobachteter Diskriminierung durch Fachpersonen während ihres Ausbildungspraktikums. Das Thema wird basierend auf den Grundlagen der Diskriminierung, Machtverhältnissen, der Intersektionalität und des Tripelmandats analysiert. Mittels qualitativer Leitfadeninterviews mit vier Studierenden der Hochschule Luzern - Soziale Arbeit und anschliessender Auswertung nach dem sechsstufigen Verfahren von Mühlfeld (1981) wird die Perspektive der Studierenden erhoben und systematisch analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass Diskriminierung häufig als systemisches Problem auftritt, verstärkt durch Machtverhältnisse, institutionelle Strukturen und Unsicherheiten in der Rolle als Studierende. Ein Theorie-Praxis-Konflikt, fehlende Handlungsoptionen und mangelnde Unterstützung durch das Mentoring wurden als zentrale Herausforderungen identifiziert. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Ausbildung stärker praxisbezogen und diskriminierungskritisch zu gestalten, Strukturen für Reflexion und Intervention zu schaffen und das Mentoringsystem zu verändern.