Dritte Orte als Räume der Anerkennung und Teilhabe
Eine explorative Studie zur Bedeutung informeller Sozialräume für migrantisierte Personen in Bern
Die vorliegende Arbeit untersucht explorativ die Bedeutung Dritter Orte für migrantisierte Personen in Bern vor dem Hintergrund der postmigrantischen Gesellschaftstheorie und sozialräumlichen Ansätzen der Soziokulturellen Animation. Ausgehend von der Beobachtung einer migrationsgeprägten Schweizer Gesellschaft und einer Unterrepräsentation migrantischer Perspektiven verfolgt die Arbeit die Frage: Was ist die Bedeutung von Dritten Orten für migrantisierte Personen vor dem Hintergrund der Postmigrantischen Gesellschaftstheorie und sozialräumlichen Ansätzen der Soziokulturellen Animation? Der theoretische Rahmen umfasst die Postmigrantische Gesellschaftstheorie nach Foroutan, Raum- und Sozialraumkonzepte sowie das Konzept der Dritten Orte. Methodisch wurde ein qualitativ-exploratives Design mit fünf Leitfaden-Interviews und qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring gewählt. Die Ergebnisse zeigen, dass Dritte Orte Räume von Anerkennung, Teilhabe und Solidarität sind, in denen migrantisierte Personen Wohlbefinden, emotionale Sicherheit und Zugehörigkeit erfahren. Dritte Orte anerkennen hybride Identitäten und ermöglichen soziale Netzwerke. Gleichzeitig zeigen sich Spannungsfelder von Inklusion und Exklusion: Dritte Orte wirken sowohl kompensatorisch als auch reproduktiv gegenüber strukturellen Ungleichheiten. Für die Profession sind Dritte Orte sozialräumliche Ressourcen, die als postmigrantische Allianzen und Erprobungsräume des demokratische Gesellschaftsversprechen fungieren. Handlungsempfehlungen umfassen die Erkennung sozialräumlicher Potenziale, ressourcenorientierte Absicherung und professionelle Begleitung dieser transitorischen Zwischenräume.