Einschätzung Kindeswohlgefährdung

Synthese von Theorie und praxisorientierten Dokumenten für meldepflichtige Fachpersonen


ISBN-Nr.:
978-3-03796-679-2
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
149
Erscheinungsjahr:
2018
Publikationsdatum:
16.07.2018
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Die Erkennung und Einschätzung von möglichen Kindeswohlgefährdungen betrifft unterschiedlichste Berufsgruppen, so auch die Soziale Arbeit. Aktuell findet auf politischer Ebene eine Revision der zivilrechtlichen Meldepflichten und Melderechte im Kindesschutz statt. Dies zeigt die Relevanz und Aktualität der Thematik. Für die Einschätzung möglicher Kindeswohlgefährdungen stehen betroffenen Fachpersonen, neben weiteren Hilfsmitteln, Dokumente auf kantonaler Ebene zur Verfügung. Das Ziel der vorliegenden Bachelor-Thesis ist es, herauszufinden welche Themen solche Dokumente enthalten sollten und Empfehlungen für ein interkantonales Dokument abzugeben. Damit soll ein Beitrag an die Rechtssicherheit und -gleichheit in der Schweiz geleistet werden. Die Fragestellung der vorliegenden Bachelor-Thesis lautet:

Welche Themen sollte ein interkantonales Dokument zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls für meldepflichtige Fachpersonen nach Art. 443 ZGB berücksichtigen, um für die Praxis eine einheitliche Orientierungshilfe darzustellen?

Die Beantwortung der Fragestellung erfolgte in zwei Schritten. Im ersten Schritt wurde mit Hilfe von Fachliteratur eine Theoriegrundlage erarbeitet. Im zweiten Schritt wurden kantonale Dokumente mit Bezug zur Fragestellung analysiert. Dies erfolgte über die Analyse des Inhalts und der verwendeten Literatur der entsprechenden kantonalen Dokumente. Die Ergebnisse weisen insgesamt ein divergentes Bild auf. Anhand der Inhaltsanalyse kann gezeigt werden, dass die untersuchten Dokumente unvollständige Darstellungen in allen Themenbereichen aufweisen. Ein interkantonales Dokument sollte daher thematisch breit abgestützt sein, um eine Orientierungshilfe darzustellen. In der Literaturanalyse zeigte sich, dass die kantonalen Dokumente keine einheitliche Literaturgrundlage aufweisen und damit keine Rückschlüsse auf inhaltliche Übereinstimmungen und eine einheitliche Fachsprache gezogen werden können.

Die Synthese aus Theorie und Analyse zeigt, dass die Vereinheitlichung und Erarbeitung eines interkantonalen Dokuments zur Einschätzung der Gefährdung des Kindeswohls angezeigt ist. Insbesondere die bevorstehende Ausweitung der Meldepflichten auf Personen, die regelmässig mit Kindern in Kontakt stehen, gibt Anlass, die bestehenden Dokumente zu vereinheitlichen. Für künftig zur Meldung verpflichtete Personen würde das Bestehen, das Anwenden sowie die einfache Zugänglichkeit eines interkantonalen Dokumentes die Orientierung erleichtern und deshalb den Schutz des Kindeswohls erhöhen. Des Weiteren könnte ein interkantonales Dokument den Austausch bezüglich Kindeswohlgefährdungen zwischen Fachpersonen erleichtern und Missverständnissen entgegenwirken. Davon würde die Soziale Arbeit aufgrund ihres Professionsverständnisses profitieren, da sie in unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen der Wahrung des Kindeswohls verpflichtet ist.
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