Familienergänzungsleistungen als geeignete Massnahmegegen Familienarmut
Eine Bewertung aus sozialarbeiterischer Sicht
Familienarmut ist in der Schweiz präsent, obwohl es zu den reichsten der Welt gehört. Der Familienbarometer zeigt, dass immer weniger Paare Kindern möchten. Als Hauptgrund werden die finanziellen Unsicherheiten genannt. Einige Kantone in der Schweiz haben die Familienergänzungsleistungen eingeführt, welche in Anlehnung an die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV an Familien ausbezahlt werden, wenn das Einkommen und/oder Vermögen nicht ausreichend ist, um die Kosten zu decken. Die kantonalen Unterschiede sind teilweise sehr gross und eine Bundesregelung gibt es trotz mehrmaliger Versuche nicht. Bund und Kantone schieben sich die Verantwortung hin und her. In der vorliegenden Bachelor-Arbeit haben wir uns mit dem Problem der Familienarmut sowie der Ausgestaltung und Wirkmechanismen der Familienergänzungsleistungen auseinandergesetzt und dabei Evaluationen unterschiedlicher Kantone beigezogen mit dem Fokus auf den Kanton Solothurn. Wir wollten herausfinden, ob die Familienergänzungsleistungen eine geeignete Massnahme zur Bekämpfung von Familienarmut in der Schweiz sind. Aufgrund der mehrdimensionalen Besserstellung gegenüber der wirtschaftlichen Sozialhilfe, welche als letztes soziales Netz in Notsituationen greift, sprechen die Ergebnisse aus sozialarbeiterischer Sicht für die Einführung von Familienergänzungsleistungen. Da auf Bundesebene derzeit eine Einführung der Familienergänzungsleistungen als nicht möglich erscheint, sind die Kantone gefordert, diese einzuführen. Dieser Prozess soll durch kantonale politische Parteien und dem Berufsverband AvenirSocial unterstützt werden, indem ein öffentlicher Diskurs geführt und somit in der gesamten Bevölkerung auf das Problem hingewiesen wird.