Fördern, Fordern und Herrschaft
Positionierung der Sozialen Arbeit zu geschlechtsspezifischen Machtverhältnissen im Monitoring-Bericht zur Integrationsagenda Zürich
Die Bachelor-Arbeit "Fördern, Fordern und Herrschaft. Positionierung der Sozialen Arbeit zu geschlechtsspezifischen Machtverhältnissen im Monitoring-Bericht zur Integrationsagenda Zürich" von Oliver Aeschimann untersucht, wie implizite Vorannahmen bezüglich Geschlecht in sozialstaatlichen Integrationsmassnahmen für Sozialhilfebeziehende im Asylbereich wirken. Im Fokus stehen die Fragen, welche Konstruktionen von Geschlecht sich in der Integrationsförderung identifizieren lassen, wie die Reproduktion geschlechtsspezifischer Machtverhältnisse in der Integrationsagenda erklärt werden kann und wie sich die Soziale Arbeit positionieren soll.
Methodisch wird der Monitoring-Bericht 2024 zur Integrationsagenda Zürich mithilfe einer diskursanalytisch orientierten Dokumentanalyse untersucht. Als theoretischer Rahmen dient das Konzept der heteronormativen Hegemonie von Gundula Ludwig, welches Gramscis Hegemonietheorie, Foucaults Gouvernementalität und Butlers heterosexuelle Matrix verbindet. Die Analyse zeigt, dass durch hegemoniale Naturalisierung von Erwerbsintegration und Geschlechterrollen, gouvernementale Techniken der Subjektformung durch Defizite oder Wissensproduktion sowie die Konstruktion vergeschlechtlichter Subjekteinnerhalb von heteronormativen Familienstrukturen geschlechtsspezifische Machtverhältnisse reproduziert werden. Die Arbeit entwickelt eine Positionierung der Profession und zeigt, dass durch Selbstreflexion von Sozialarbeitenden, sprachliche und methodische Anpassungen bei Organisationen sowie politische Einflussnahme Handlungsmöglichkeiten zur Dekonstruktion heteronormativer Machtverhältnisse bestehen.