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Förderung der Lebensbewältigung durch individuelle Leseförderung.

Beschreibung und Untersuchung der Wirksamkeit einer Leseförderung im Hinblick auf die Lebensbewältigung einer Jugendlichen mit Illettrismus

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Lesefähigkeit von Kindern und Jugendlichen, welche für die Bewältigung eines eigenständigen Alltags eine zentrale Rolle einnimmt. Immer wieder gibt es Menschen, die das Lesen und Schreiben in der Schule, aus verschiedenen Gründen, nicht oder nur bedingt erlernen können. Lesen ist die Grundlage der meisten Lebensbereiche. Die Lesefähigkeit bietet in der heutigen Gesellschaft einen zentralen Zugang zu sozialen Gruppen und gesellschaftlicher Teilhabe. Dies stellt für mich einen bedeutsamen und zentralen Bezug zur Sozialen Arbeit dar. Das Ziel einer Förderung der Lese- und Schreibfähigkeit liegt darin, die Lebensbewältigung der betroffenen Zielgruppe nachhaltig zu verbessern. Gleichzeitig soll diese Förderung zur angestrebten Selbstständigkeit im Alltag und in ihrem Leben in der Gesellschaft beizutragen. Für mich wurde in meinem Praxisfeld ersichtlich, dass dies eine Thematik ist, die ich weiterverfolgen und verbessern möchte und sich diese Thematik für mich als ein klares Handlungsfeld herausgefiltert hat. Daraus habe ich folgende Fragestellung entwickelt: Welche Möglichkeiten haben Fachpersonen der Sozialen Arbeit, um Klientinnen und Klienten in der Lebensbewältigung durch Förderung der Lesefähigkeit zu begleiten und unterstützen?
Der Fokus richtet sich in dieser Arbeit nicht darauf «wie» gelesen werden soll, sondern «dass» gelesen werden muss, um eine Alltagsverbesserung zu erleben. Um meiner Fragestellung nachzugehen, führte ich ein praktisches Pilotprojekt durch. Dieses hatte zum Ziel, den Klientinnen und Klienten mit einer Leseschwierigkeit mehr Autonomie, Selbständigkeit und Freiheit zu verschaffen, und gleichzeitig Betreuungspersonen zu entlasten. Dazu führte ich mit Hilfe eines Bookii-Stifts (vergleichbar mit einem Tiptoi-Stift) ein praktisches Pilotprojekt mit einer von Illettrismus betroffenen Klientin des Zentrums «Auf der Leiern» in Gelterkinden durch. Der Audiostift soll durch aufgenommene Audio-Aufnahmen in einer personalisierten Rezeptbroschüre ein begleitetes Kochen ermöglichen. Diese Förder- bzw. Unterstützungsmethode ist in einen grösseren Rahmen von Grundkompetenzen der Lebensbewältigung miteinbezogen. Durch die Verminderung der Abhängigkeit der Klientin im Bereich des Kochens und Backens wurde ihre Handlungsfähigkeit gesteigert. Die drei Komponenten aus dem Konzept von Böhnisch (2016: 28 & 2018b: 24f.) (Selbstwirksamkeitserfahrungen, soziale Anerkennung und stabiler Selbstwert) konnten durch die eigenständige Aktivität erweitert werden. Schliesslich konnte bei der Durchführung auch beobachtet werden, dass aufgrund des Einsatzes des Audiostifts das Entziffern von Buchstaben und Wörtern verbessert werden konnte, und durch das Mitlesen der Rezepte ein sinnhaftes Verknüpfen von Wörtern und Sätzen stattfinden konnte.

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Leonie Heyer
Förderung der Lebensbewältigung durch individuelle Leseförderung.
Beschreibung und Untersuchung der Wirksamkeit einer Leseförderung im Hinblick auf die Lebensbewältigung einer Jugendlichen mit Illettrismus
Bachelor-Thesis
2022
10.26038/500728