Gelegenheit macht Ausbeutung

Eine Untersuchung zur Prävention sexueller Ausbeutung in der stationären Kinder- und Jugendhilfe im Kanton Zürich


ISBN-Nr.:
978-3-03796-693-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Master-Thesen (MSc)
Seitenzahl:
164
Erscheinungsjahr:
2018
Publikationsdatum:
03.10.2018
Verlag / Hochschule
Edition Soziothek
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In der medialen Öffentlichkeit wurde in den vergangenen Jahren mehrfach über Vorfälle von sexueller Ausbeutung in pädagogischen Einrichtungen berichtet. Betroffen waren auch Institutionen der stationären Kinder- und Jugendhilfe, also Orte, in denen Mädchen und Jungen Schutz finden sollen und ihr Wohl gesichert werden soll. Auf dieser Grundlage befasst sich die vorliegende Masterthesis mit den Möglichkeiten, sexuellem Missbrauch vorzubeugen. Es wird untersucht, wie die Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe im Kanton Zürich ihren Schutzauftrag bezüglich der sexuellen Integrität ihrer Klientel wahrnehmen. Auf der Grundlage von bestehenden Forschungsbefunden und Leitlinien zur Prävention sexueller Ausbeutung wurde eine standardisierte Online-Befragung durchgeführt, die untersucht, welche Präventionsmassnahmen aktuell umgesetzt werden, inwiefern diese kommuniziert werden, inwieweit die Mitarbeitenden partizipieren und welche Wirkungen beobachtet werden können. Für die Teilnahme an der Befragung wurden alle Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe im Kanton angefragt. Neben der jeweiligen Leitungsperson wurden auch die Mitarbeitenden mit einem pädagogischen Auftrag einbezogen.

Aufgrund der deskriptiven Auswertung der Ergebnisse wird deutlich, dass alle Einrichtungen bereits präventive Maßnahmen implementiert haben. Eine Lücke in der Umsetzung zeigt sich vor allem bei der Durchführung der Risikoanalyse, die potentielle Gefahrensituationen betreffend sexuelle Ausbeutung benennen soll sowie in den Kommunikationsprozessen über präventive Massnahmen. Auch bei den Mitarbeitenden kann ein Defizit im Umgang mit vermuteten und bestätigten Fällen von sexuellem Missbrauch festgestellt werden. Eine konsequentere Umsetzung der Leitlinien zur institutionellen Prävention könnte diese Lücken schliessen und einen Beitrag zum Schutz der Klientel leisten. Zudem ist zu empfehlen, dass die Bewilligungsinstanzen der stationären Kinder- und Jugendhilfe ihre bisherigen Vorgaben zur Präventionsarbeit konkretisieren.
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