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Häusliche Gewalt bei Migrantinnen in der Schweiz

Loslösung aus einer gewaltgeprägten Ehe - für Migrantinnen mit speziellen Hürden verbunden

Häusliche Gewalt ist weder ein migrationsspezifisches Problem noch gibt es die eine Ursache, welche das Auftreten von Gewalt erklären kann. Oftmals steht die häusliche Gewalt jedoch mit Machtdifferenzen und Abhängigkeiten in Zusammenhang. Die Loslösung aus einer gewaltgeprägten Partnerschaft stellt sich dabei als grosse Schwierigkeit dar. Dies wird gerade bei Migrantinnen deutlich, da sie zum einen gesellschaftlichen Stereotypisierungen und Zuschreibungen aufgrund ihres Status «Migrantin» ausgesetzt sind und zum anderen vor strukturellen Hürden stehen. Solche Hürden erschweren gewaltbetroffenen Migrantinnen die Trennung vom Mann, wobei sich die an die Ehe gebundene Aufenthaltsbewilligung als zentral erweist.

Anhand von Fachliteratur und unterschiedlichen Studien wird vom allgemeinen Begriff «Gewalt» auf die häusliche Gewalt übergeführt und es werden Hintergründe, Risikofaktoren und Folgen benannt. Durch den Einbezug der Theorie der Intersektionalität wird die Situation gewaltbetroffener Migrantinnen eingehender analysiert, wobei die verschiedenen Ungleichheitskategorien in ihren Verschränkungen aufgezeigt werden.

Aufbauend auf den Erkenntnissen der Arbeit mit dem Fokus auf den ausgearbeiteten Hürden werden Empfehlungen an die Soziale Arbeit definiert. Dabei wird nicht nur auf den Abbau struktureller Hürden eingegangen, sondern auch auf die Öffentlichkeitsarbeit, welche die Sensibilisierung der Mehrheitsgesellschaft für die Lebensbedingungen von Migrantinnen zum Ziel hat. Dadurch soll der Kulturalisierung häuslicher Gewalt entgegengewirkt und der fehlende Schutz betroffener Migrantinnen aufgebaut werden.

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Sajintha Chandresegaran, Nadja Burkhalter
Häusliche Gewalt bei Migrantinnen in der Schweiz
Loslösung aus einer gewaltgeprägten Ehe - für Migrantinnen mit speziellen Hürden verbunden
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90 S.
06.05.2022