Im Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz
zur Auswirkung auf das psychische Belastungserleben der Fachkräfte in der sozialpädagogischen Familienbegleitung
Die vorliegende Bachelorarbeit «Im Spannungsverhältnis zwischen Nähe und Distanz - zur Auswirkung auf das psychische Belastungserleben der Fachkräfte in der sozialpädagogischen Familienbegleitung» von Lara Gamma greift auf, dass Nähe und Distanz besonders in der sozialpädagogischen Familienbegleitung (SPF) aufgrund des aufsuchenden Settings ein Spannungsfeld darstellen. Ist die Balance zwischen Nähe und Distanz unausgeglichen, können Handlungsunfähigkeit und Gesundheitsgefährdung resultieren. Daher untersucht die vorliegende Arbeit, wie Fachkräfte der SPF das Spannungsfeld von Nähe und Distanz in Bezug auf ihr subjektives psychisches Belastungserleben erleben. Um die Forschungsfrage zu beantworten, wurden mit vier Fachpersonen der SPF problemzentrierte Interviews durchgeführt und die Daten anhand einer inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigten eine individuelle Wahrnehmung von Belastungen sowie Beanspruchungen und deuten auf Fehlbelastungen sowie -beanspruchungen seitens der Fachpersonen hin. Als übergeordnete Belastungen zeichneten sich persönliche Grenzen, strukturelle Ohnmacht, Themen der Familie, Verantwortung und Kindeswohlgefährdungen ab, welche sich positiv oder beeinträchtigend sowie auf das Berufs- und Privatleben auswirken können. Aus den Ergebnissen lassen sich mit der Diskussion der Theorie Schlussfolgerungen für die SPF Praxis ableiten. Diese lauten unter anderem institutionelle Verfügbarkeit von Reflexionsräumen und sozialer Unterstützung, Selbstfürsorge, bewusste Rollen- und Beziehungsgestaltung, klare Trennung von Privatem und Beruf sowie institutionelle Massnahmen zur Verantwortungsteilung.