Imaginationsarbeit als methodischer Ansatz in der Sozialen Arbeit
Eine theoretische Untersuchung
Imaginationsarbeit ist ein therapeutischer Ansatz, der inneres Erleben über Bilder, Vorstellungen und sinnliche Erfahrungsanteile zugänglich macht, um belastende Erfahrungen einordnen, eigene Ressourcen wahrnehmen und neue Handlungsmöglichkeiten entwickeln zu können. Das methodische Arbeiten mit inneren Erlebnisprozessen, insbesondere inneren Bildern, ist in der Sozialen Arbeit bis dato jedoch kaum bekannt. Diese Bachelor-Thesis untersucht deshalb das Potenzial von Imaginationsarbeit für das methodische Handeln in der Sozialen Arbeit.
Die Arbeit stützt sich auf das professionssoziologische Verständnis von Sozialer Arbeit als stellvertretender Krisenbewältigung nach Ulrich Oevermann. Krisen sind dadurch charakterisiert, dass gewohnte Orientierungen nicht mehr tragen und neue Formen des Verstehens und Handelns entstehen müssen. Die Arbeit zeigt auf, wie Imaginationsarbeit dazu beitragen kann, Beratungsprozesse so zu gestalten, dass Menschen nicht nur über ihre Situation sprechen, sondern auch einen Zugang zu ihrem eigenen Erleben finden und daraus Handlungsperspektiven entwickeln. Dadurch ergänzt Imaginationsarbeit bestehende methodische Zugänge um eine erfahrungsbezogene Dimension, die Potenzial für die Soziale Arbeit hat. Jedoch ist ihre Anwendung, wie diese Arbeit hervorhebt, an bestimmte Voraussetzungen gebunden, insbesondere an ein tragfähiges Arbeitsbündnis sowie an eine reflektierte, professionsethisch verantwortete Einbettung in den Hilfeprozess.