Junge Erwachsene im Erwachsenenschutz
Der Capabilities Approach als Orientierungsrahmen für eine befähigungsorientierte Mandatsführung
In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Erwachsenenschutzmassnahmen bei 18- bis 25-Jährigen angestiegen. Junge Erwachsene sind mit komplexen Problemsituationen und zunehmenden psychischen oder psychosomatischen Belastungen konfrontiert. Bildungsdefizite, Arbeitslosigkeit, ein unkontrollierter Umgang mit dem Internet oder elektronischen Spielen und Adoleszenzkrisen prägen diese Lebensphase. Dies fordert auch Berufsbeistandspersonen heraus. Sie müssen das Wohl und den Schutz ihrer Klient*innen gewährleisten und gleichzeitig ihre Selbstbestimmung so weit wie möglich erhalten und fördern. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bedarf es eines theoretischen Konzepts der Befähigung, welches als Orientierungsrahmen zur Ausgestaltung des Mandats dient. Diese Bachelorarbeit untersucht deshalb, wie Berufsbeistandspersonen im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags junge Erwachsene nach dem Capabilities Approach befähigen und ihre Selbstbestimmung fördern können. Der Ansatz befasst sich mit den realen Möglichkeiten einer Person, das zu tun, was ihr wichtig ist, und dadurch ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Dafür werden die Grundlagen für eine befähigungsorientierte Mandatsführung herausgearbeitet. Mit personenzentrierten, motivations- und ressourcenorientierten Ansätzen sollen Entscheidungs- und Entwicklungsspielräume erhalten bleiben, um die Handlungsfähigkeit der jungen Erwachsenen zu stärken. Befähigung bedeutet, den Schutzauftrag so auszugestalten, dass jungen Erwachsenen trotz notwendiger Schutzmassnahmen ausreichende Freiräume bleiben, um eigene Entscheidungen zu treffen, Erfahrungen zu sammeln und schrittweise Verantwortung für ihre Lebensführung zu übernehmen.