Kulturreflexive Kommunikation im Einzelcoaching der Arbeitsintegration
Professionelles Handeln in Programmen der vorübergehenden Beschäftigung zwischen Menschenwürde, Mitwirkungspflicht und institutionellen Grenzen
Die Arbeitsintegration in der Schweiz steht im Spannungsfeld von Arbeitsmarktpolitik, gesetzlichen Vorgaben und dem professionellen Auftrag der Sozialen Arbeit. Im Einzelcoaching von Programmen zur vorübergehenden Beschäftigung begleiten Jobcoaches erwerbslose Personen bei der Arbeitsintegration. Dabei treffen institutionelle Anforderungen auf unterschiedliche Lebenslagen und Voraussetzungen erwerbsloser Personen. Besonders für Personen ab 50 Jahren mit Drittstaatsangehörigkeit und Erfahrungen im Niedriglohnbereich können kommunikative, institutionelle und strukturelle Barrieren den Beratungsprozess erschweren. Vor diesem Hintergrund befasst sich die vorliegende theoretische Literaturarbeit mit dem Beitrag kulturreflexiver Kommunikation im Einzelcoaching. Dazu werden Perspektiven der Arbeitsintegration, der Sozialarbeitswissenschaft und der Kommunikationswissenschaft sowie macht- und diskriminierungstheoretische Ansätze miteinander verknüpft und auf das Einzelcoaching bezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass kulturreflexive Kommunikation einen Bezugsrahmen bietet, um kommunikative Barrieren und institutionelle Bedingungen differenziert einzuordnen. Sie unterstützt eine macht- und diskriminierungssensible Gestaltung des Einzelcoachings, indem kommunikative Irritationen, unterschiedliche Situationsdeutungen und institutionelle Handlungsspielräume gemeinsam reflektiert werden. Rechtliche, organisationale und arbeitsmarktpolitische Rahmenbedingungen begrenzen professionelles Handeln weiterhin. Kulturreflexive Kommunikation erweitert den professionellen Blick auf das Einzelcoaching durch die gemeinsame Berücksichtigung individueller Lebenslagen, institutioneller Anforderungen und gesellschaftlicher Machtverhältnisse.