Long COVID/ME/CFS – Herausforderungen und Handlungsperspektiven für die Soziale Arbeit

Am Beispiel schwer betroffener, nicht mehr erwerbsfähiger Erwachsener in der Sozialhilfe

Long COVID/ME/CFS ist in der Sozialen Arbeit bislang kaum ein Thema, obwohl die Erkrankung schwerwiegende soziale Folgen haben kann. Die Leitsymptome Post-Exertional Malaise und Fatigue beeinträchtigen die Lebensführung der Betroffenen oft so stark, dass eine Erwerbstätigkeit nicht mehr möglich ist. Diese Bachelorarbeit untersucht, welche Herausforderungen schwer verlaufende postvirale Erkrankungen wie Long COVID und ME/CFS für die Soziale Arbeit mit sich bringen. Im Mittelpunkt stehen schwer betroffene, nicht mehr erwerbsfähige Erwachsene im Handlungsfeld der Sozialhilfe. Der Begriff Long COVID/ME/CFS wird dabei für Betroffene verwendet, die an Long COVID mit ME/CFS-ähnlicher Symptomatik leiden. Es zeigt sich, dass diese Zielgruppe besonders vulnerabel ist und häufig durch die Maschen bestehender Sicherungssysteme fällt. Zugleich ist die Sozialhilfe stark auf Aktivierung ausgerichtet, was für Betroffene gesundheitliche Risiken birgt. Ziel der Arbeit ist es, auf Grundlage theoretischer Modelle und aktueller Fachliteratur die Auswirkungen der chronischen Erkrankung auf wichtige Lebensbereiche zu analysieren. Daraus werden erste fachlich begründete und ethisch reflektierte Überlegungen abgeleitet, die als Orientierungswissen dienen können, um Fachpersonen der Sozialhilfe im professionellen Umgang mit Betroffenen zu unterstützen. Die Analyse zeigt, dass die Sozialhilfe in ihrer gegenwärtigen Ausgestaltung die Bedürfnisse schwer betroffener Personen häufig nicht abbildet und es somit, neben einer personenzentrierten Haltung, auch strukturelle Verbesserungen braucht.

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Simone Schnyder
Long COVID/ME/CFS - Herausforderungen und Handlungsperspektiven für die Soziale Arbeit
Am Beispiel schwer betroffener, nicht mehr erwerbsfähiger Erwachsener in der Sozialhilfe
Bachelor-Thesis
11.08.2025