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Männliche Frauenabwertung – Erklärungsansätze, Analyse und legitime sozialpädagogische Interventionen

Eine soziologische und psychoanalytische Untersuchung männlicher Destruktivität sowie an einem Praxisfall ausgeführte Teilanalyse für sozialpädagogische Interventionen zur «Resozialisierung» von Männern und männlichen Jugendlichen

Die vorliegende Bachelor-Thesis behandelt das Thema Frauenabwertung durch Männer und männliche Jugendliche. Dabei ist sexualisierte Gewalt als ein «Auswuchs» von Frauenabwertung das Hauptaugenmerk der Arbeit. Der Diskurs am Beispiel der #MeTooBewegung zeigt auf, dass die Thematisierung des durchaus als systembedingt einzustufenden gesellschaftlichen Problems Druck auf bestehende Normen und Strukturen aufbauen kann. Trotzdem scheint es, als ob die Forderungen bisher keine grundlegende Veränderung bezogen auf hegemoniale Männlichkeit erreichen konnten. Das Ziel dieser Arbeit ist es, den Theorie- und Praxisanspruch Martin Grafs unter «offensiver Sozialarbeit» zusammengefassten Begriffes auf das Phänomen der männlichen Frauenabwertung anzuwenden. Die Grundlagen von sexualisierter Gewalt und Frauenabwertung bei Männern und männlichen Jugendlichen sollen anhand soziologischer und psychoanalytischer Theorien ergründet werden und so einen Beitrag zur Fachdiskussion leisten. In einem weiteren Teil soll die Synthese der theoretischen Zugänge an in der Praxis
generiertem Material vollzogen werden. Dabei wird das Material im Sinne einer doppelten Hermeneutik analysiert und dadurch die fallspezifischen Referenzpunkte der Sozialen Arbeit ebenfalls kritisch durchleuchtet. Die Analyse ist die Grundlage zur Beurteilung und Planung von strategischem bzw. kommunikativem Handeln und die Möglichkeit, legitime Interventionen bezogen auf Bildungs- und Emanzipationsprozesse zu tätigen. Das Modell der diskursiven Sättigung bildet dafür die Referenz zur Beurteilung des Erfolgs der Intervention. Daraus abgeleitet lautet die Leitfrage der Arbeit: Wie kann das Phänomen der sexualisierten Gewalt begangen durch Männer anhand der gesellschafts- und bildungstheoretischen Begründungen sozialpädagogischen Handelns bearbeitet werden? Die Beantwortung der Leitfrage zeigt auf, dass Frauenabwertung und Selbstidealisierung bei Männern und männlichen Jugendlichen eine bestimme Funktion erfüllen, welche mit der
herrschenden Arbeitsteilung der Gesellschaft und den damit verbundenen geschlechtsspezifischen Erziehungs- und Sozialisationsprozessen zusammenhängen. Für die «Resozialisierung» von Männern und männlichen Jugendlichen welche Frauen abwerten bzw. sexualisierte Gewalt anwenden, bedarf es entsprechender Rahmenbedingungen und Interventionen. Diese beinhalten die Förderung von Kommunikationsprozessen, durch welche latente Erfahrungsgehalte manifest gemacht und so individuelle Bewusstmachungs- und Bildungsprozesse bei der Klientel gefördert werden. Dafür müssen jedoch die strukturellen und ressourcenbezogenen Voraussetzungen der sozialen Einrichtungen analysiert und gegeben sein.

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Marc Philipp Eberle
Männliche Frauenabwertung – Erklärungsansätze, Analyse und legitime sozialpädagogische Interventionen
Eine soziologische und psychoanalytische Untersuchung männlicher Destruktivität sowie an einem Praxisfall ausgeführte Teilanalyse für sozialpädagogische Interventionen zur «Resozialisierung» von Männern und männlichen Jugendlichen
Bachelor-Thesis
70 Seiten
12.2021
10.26038/479326