Merkmale und Entstehungsbedingungen von Cybermobbing aus der Sicht Jugendlicher
Eine qualitative Längsschnittstudie dazu, wie der Projekttag Medienhelden die Perspektiven von Schülerinnen und Schülern zu Cybermobbing verändert und ihre Bedeutung für die Schulsozialarbeit
In einer qualitativen Längsschnittstudie mit einem prospektiven Pre-Post-Follow-up-Design wurde anhand problemzentrierter Interviews untersucht, wie sich die Perspektiven von Schülerinnen und Schülern zu Cybermobbing durch die Intervention des Medienhelden-Projekttags verändern. Als Vorgehen wurde die qualitative Inhaltsanalyse gewählt, mittels welcher empirische Erkenntnisse zu Merkmalen sowie Entstehungsbedingungen von Cybermobbing aus Sicht der Jugendlichen sowie hinsichtlich ihrer Bedeutung für eine bildungsorientierte Praxisgestaltung der Schulsozialarbeit gewonnen werden konnten.
Die Studie kommt zum Schluss, dass sich durch die Intervention des Projekttags Medienhelden das Problembewusstsein der Schülerinnen und Schüler verschärft hat. Zur Erklärung des Phänomens beziehen sich die Jugendlichen auf acht unterschiedliche Merkmale und definieren Cybermobbing als neue Erscheinungsform von Mobbing oder vielmehr als Phänomen fahrlässiger Handhabung neuer Medien. Ausgehend von dem Definitionskriterium «subjektiv empfundene Ohnmacht des Opfers» ist die Praxisgestaltung der Schulsozialarbeit schlussfolgernd im Sinne eines holistischen Bildungsverständnisses zu optimieren, das heisst, sowohl die Jugendlichen wie auch die damit verbundenen systemrelevanten Erwachsenen in ihren Handlungskompetenzen für eine gelingende Biographie der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen.