Mutter sein trotz Fremdplatzierung

Auswirkungen auf betroffene Mütter und Unterstützungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit

Die Autorin Ece Yanardöner untersucht in der vorliegenden Bachelorarbeit mit dem Titel «Mutter sein trotz Fremdplatzierung» das Erleben von Müttern, deren Kinder fremdplatziert sind oder waren. Eine Fremdplatzierung stellt nicht nur für die betroffenen Kinder, sondern auch für ihre Mütter einen tiefgreifenden Einschnitt in ihre Lebenswelt dar. Trotz der hohen Relevanz dieses Themas ist die Perspektive von Müttern in der bisherigen Forschung nur unzureichend berücksichtigt. Ziel der Arbeit ist es, das subjektive Erleben von Müttern im Kontext einer Fremdplatzierung sichtbar zu machen. Im Fokus steht die Frage, wie Mütter ihre Mutterrolle nach der Platzierung wahrnehmen, wie sie Veränderungen in der Mutter-Kind- Beziehung erleben und welche Belastungen sie im Platzierungsprozess erfahren. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurden vier narrative Interviews mit Müttern geführt, die Erfahrungen im Kontext von Fremdplatzierungen haben. Die qualitative Auswertung zeigt, dass Fremdplatzierungen mit einer starken Verunsicherung der mütterlichen Selbstbildes einhergehen und häufig Gefühle von Kontrollverlust sowie emotionaler Belastung auslösen. Gleichzeitig bleibt die Mutter-Kind-Bindung aus Sicht der Mütter bestehen, verändert jedoch ihren Rahmen und ihre Ausgestaltung. Auf dieser Grundlage werden Handlungsempfehlungen für die Praxis der Sozialen Arbeit abgeleitet. Die Arbeit zeigt auf, wie Fachpersonen Mütter in ihrer veränderten Rolle sensibel begleiten, entlasten und bei der Gestaltung der Beziehung zu ihren Kindern unterstützen können.

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Ece Yanardöner
Mutter sein trotz Fremdplatzierung
Auswirkungen auf betroffene Mütter und Unterstützungsmöglichkeiten der Sozialen Arbeit
Bachelor-Thesis
05.01.2026