Praktiken der Arbeitsintegration für Alleinerziehende in der Sozialhilfe (Kanton Wallis, Region Oberwallis)
Die vorliegende Bachelorarbeit beschäftigt sich mit den Herausforderungen von Sozialarbeiter:innen im Rahmen der beruflichen Integration von Alleinerziehenden, die von der Sozialhilfe unterstützt werden. Als Untersuchungsmethode wurden qualitative Interviews mit vier Fachpersonen, die alle im Bereich der Sozialhilfe tätig sind, durchgeführt. Das Ziel dieser Arbeit ist zu erkennen, welchen Herausforderungen sich Sozialarbeiter:innen in der Praxis gegenübergestellt sehen und welche Arbeitsweisen und Bewältigungsstrategien sie hinsichtlich dem Integrationsauftrag aufweisen.
Der theoretische Rahmen stützt sich auf die aktivierende Sozialpolitik, das System der sozialen Sicherheit sowie auf Ermessenspielräume in gesetzlichen Grundlagen der Sozialhilfe.
Die Ergebnisse dieser Bachelorarbeit zeigen auf, dass die aktivierenden Prinzipien in der Sozialhilfepraxis allgegenwärtig sind und dass Sozialarbeiter:innen unterschiedliche und teilweise individualisierte Arbeitsweisen und Bewältigungsstrategien hinsichtlich dem Integrationsauftrag aufweisen. Dazu gehört die routinierte Vorgehensweise von Sozialarbeiter:innen, die primär der Logik der Aktivierungspolitik folgt.
Der Berufskodex von AvenirSocial definiert zwar das Tripelmandat der Sozialen Arbeit als zwingenden Bestandteil für deren Ausübung, doch Sozialarbeiter:innen sehen sich in der Praxis grundlegend für zwei Aufträge, nämlich für die Hilfe und die Kontrolle (Doppelmandat), verantwortlich. Es bestätigt sich anhand der Ermessenspielräume, dass Sozialarbeiter:innen einen entscheidenden Einfluss darauf haben können, ob und inwiefern der Integrationsprozess thematisiert, gestaltet und umgesetzt wird.
Kritisch ist, dass sich die Sozialarbeiter:innen in ihrer Funktion den Sozialhilfeorganen (Gemeinde, Kanton) klar unterordnen, obwohl der Berufskodex fordert, dass die Sozialarbeiter:innen wissenschaftlich fundiert und methodisch begründet vorgehen sollen.