Problematische Internetnutzung durch Social Media und Gaming bei Jugendlichen im sozialpädagogischen Kontext
Analyse und Handlungsempfehlungen für die Praxis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die problematische Internetnutzung (PUI) bei Jugendlichen im sozialpädagogischen Kontext mit Schwerpunkt auf den Erscheinungsformen Gaming Disorder und problematische Social-Media-Nutzung. Grundlage ist eine systematische Literaturarbeit, die sich an den vier Wissensarten der Sozialen Arbeit als Handlungswissenschaft nach Husi orientiert. Analysiert werden Entstehungs- und Aufrechterhaltungsmechanismen des Phänomens, auf deren Basis Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Die Ergebnisse legen nahe, PUI als Versuch zu verstehen, unbefriedigte reale Bedürfnisse zu kompensieren. Die Mechanismen werden im Rahmen des bio-psycho-sozialen Modells erläutert. Eine zentrale Schlussfolgerung ist die widersprüchliche Natur der PUI, bei der die virtuelle Suche nach Anerkennung und Zugehörigkeit bestehende Problemlagen häufig verstärkt. Die Komplexität des Phänomens stellt eine Herausforderung für die professionelle Praxis dar, die ihre auf dem Verstehen der Lebenswelt basierenden Prinzipien gegenüber vereinfachenden Alltagslogiken behaupten und konsequent anwenden muss. Abgeleitet werden praxisorientierte Handlungsempfehlungen, die auf die Stärkung realweltlicher Kompetenzen und die Gestaltung förderlicher Rahmenbedingungen zielen, um die Medienmündigkeit betroffener Jugendlicher zu fördern.