Professionalität und das Tripelmandat im Kontext der individuellen Sozialhilfe des Kantons Bern

ISBN-Nr.:
978-3-03796-635-8
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
106
Erscheinungsjahr:
2017
Publikationsdatum:
31.08.2017
Verlag
Edition Soziothek
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Ausgezeichnet vom Verein Alumni BFH Soziale Arbeit

Ein exemplarisch für die Soziale Arbeit stehender Arbeitsbereich stellt die individuelle Sozialhilfe dar. Diese besteht zum einen aus der materiellen Hilfe (wirtschaftliche Unterstützung), zum anderen aus der immateriellen Hilfe, welche die Bereiche Beratung, Betreuung, Vermittlung und Information umfasst. Aufgrund der beiden Hilfen entsteht ein grosser Handlungsspielraum für die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter. Vor dem Hintergrund der Grund- und Menschenrechtskonformität hat die Erfüllung der sich daraus ableitenden Anforderungen hohe Ansprüche an die Sozialarbeitenden zur Folge.
Der Berufskodex von AvenirSocial definiert das Tripelmandat als zwingenden Bestandteil der Sozialen Arbeit bzw. für deren Ausübung. Der Berufskodex fordert ausserdem, dass die Soziale Arbeit wissenschaftlich fundiert und methodisch begründet vorgehen soll.

Die vorliegende Bachelor-Thesis geht der Frage nach, inwiefern Professionalität in der individuellen Sozialhilfe unter Berücksichtigung des Tripelmandats ausgeübt werden kann. Dazu werden zuerst Theorien zu professionellem Handeln analysiert, um Professionalität inhaltlich abzustecken. Hierfür werden auf der Metaebene Lemmata für Professionalität in der Sozialen Arbeit herausgearbeitet. Diese sind: angemessener Umgang mit Ungewissheit, Handlungsspielraum, wissenschaftliches Wissen, Verständigungsorientierung, Autonomie, professioneller Habitus und Reflexion. Anschliessend wird die Entstehung und das Verständnis des Doppel- sowie des Tripelmandats dargelegt. Als letzter Theoriebestandteil wird die individuelle Sozialhilfe des Kantons Bern erörtert.

Ein zentrales Ergebnis dieser Arbeit ist, dass einerseits die Anforderungen des Tripelmandats grundsätzlich mit den Lemmata von Professionalität vereinbar sind. Insofern fördert und fordert der Berufskodex professionelles Handeln von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern. Andererseits konnte in Bezug auf die individuelle Sozialhilfe festgestellt werden, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen, welche die individuelle Sozialhilfe skizzieren, ebenso professionelles Handeln zulassen.
Als Fazit kann gezogen werden, dass die Voraussetzungen für Professionalität in der individuellen Sozialhilfe erfüllt werden können. Es ist Aufgabe der Sozialen Arbeit sowie der einzelnen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, dies in der Praxis umzusetzen und die Bedingungen hierzu einzufordern.
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