Professionelle Begleitung von Pflegeeltern im Umgang mit traumabelasteten Pflegekindern
Qualitative Untersuchung der Ansätze und Interventionen durch Fachpersonen im Kanton Luzern und Optimierungspotenziale aus traumapädagogischer Sicht
Viele Pflegekinder zeigen infolge traumatischer Erfahrungen herausfordernde Verhaltensweisen, die Pflegeverhältnisse stark belasten und im schlimmsten Fall zu einem Abbruch führen können. Vor diesem Hintergrund ist eine professionelle Begleitung von Pflegefamilien zentral. Die durchgeführte theoretische Analyse ergibt, dass diese im Sinne der Lebensweltorientierung mit einer traumapädagogischen Herangehensweise gestaltet sein sollte, um Pflegeverhältnisse mit traumabelasteten Pflegekindern gezielt zu unterstützen.
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, zu untersuchen, welche traumapädagogischen Ansätze und Interventionen Fachpersonen in der Begleitung von Pflegefamilien einsetzen, um diese gezielt auf die besonderen Bedürfnisse von Pflegekindern mit Traumaerfahrungen vorzubereiten und sie bei auftretenden Herausforderungen wirksam zu unterstützen.
Dazu wurden in einer empirischen Untersuchung qualitative Interviews mit vier verschiedenen Fachpersonen geführt, die Pflegeverhältnisse im Kanton Luzern im Rahmen der Dienstleistungsanbietenden der Familienpflege [DAF] professionell begleiten. Die Auswertung erfolgte mittels qualitativer Inhaltsanalyse.
Die Ergebnisse verdeutlichten, dass eine professionelle Begleitung von Pflegefamilien insbesondere auf einer fundierten traumapädagogischen Haltung basiert, die durch frühzeitige Wissensvermittlung, traumapädagogische Übersetzungsarbeit sowie die gezielte Förderung von Selbstregulation und Selbstfürsorge bei Pflegeeltern unterstützt wird. Diese Erkenntnisse lassen vermuten, dass eine professionelle Begleitung, die diese Aspekte berücksichtigt, zur Stabilisierung von Pflegeverhältnissen beitragen kann.