Psychiatriezentrum Münsingen

Von der Fürsorgearbeit zum Sozialdienst


ISBN-Nr.:
978-3-03796-550-4
Produkttyp:
Elektronisches Buch
Kategorie:
Bachelor-Thesen (BSc)
Seitenzahl:
190
Erscheinungsjahr:
2015
Publikationsdatum:
11.09.2015
Verlag
Edition Soziothek
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Wie etablierte sich der Sozialdienst in der Psychiatrischen Klinik Münsingen zwischen 1970 und 1990? Welches waren Einflüsse, die zur Anstellung von Sozialarbeitenden geführt haben? Soziale Arbeit ist heute im Psychiatriezentrum Münsingen als Profession gefestigt. Dies kommt nicht von ungefähr. Dazu braucht es Geschichte, Einflüsse und Ansichten über Menschen- und Krankheitsbilder. Die Arbeit soll ein besseres Verständnis für die Disziplin der Sozialen Arbeit in der Psychiatrie schaffen, da sie ihre Wurzeln und ihre Entstehungsgeschichte nachzeichnet. Zudem soll eine Reflexionsmöglichkeit für Professionelle in der Sozialen Arbeit im Kontext der Psychiatrischen Klinik geschaffen werden.

Als Forschungsdesign dient die qualitative Inhaltsanalyse der Themen therapeutische Veränderungen, gesellschaftliche so wie politische Einflüsse, Öffentlichkeitsarbeit und Organisationsstruktur der Psychiatrischen Klinik Münsingen in den Jahresberichten von 1920 bis 1990. Im zweiten Teil wird die Datenerhebung durch Interviews mit Fachpersonen der Disziplinen der Sozialen Arbeit, Medizin, Psychologie und Pflege, welche zwischen 1970 und 1990 im Psychiatriezentrum Münsingen gearbeitet haben, ergänzt. Ziel dieser ist die Analysierung der damaligen interdisziplinären Arbeit. Da sowohl die Jahresberichte wie die Experteninterviews lediglich eine intrinsische Sichtweise der Psychiatrischen Klinik Münsingen zulassen, wird auch die kritische Anschauung zur Psychiatrie von Michel Foucault und andere Literatur zur Ergänzung beigezogen.

Die vorliegende Forschungsarbeit zeigt auf, dass sich der Sozialdienst in der Psychiatrischen Klinik Münsingen aufgrund einer Reihe von Kausalzusammenhängen institutionalisierte. Der Einfluss der Sozialpsychiatrie wie auch die strukturellen Aspekte der Institution und die drastische Zunahme an Patientenaustritten spielten eine zentrale Rolle. Die Problemstellungen der Hospitalisierten wurden komplexer. Die Beziehungsarbeit und der Blickwinkel für die zwischenmenschliche Dimension von psychischen Problemen und ihren Folgen konnten als zentrale sozialarbeiterische Fähigkeiten im Kontext der Psychiatrie herausgearbeitet werden.

Abschliessend kann die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen durch die unterschiedlichen beruflichen Sozialisationsprozesse als Konfliktpotential aber auch als Bereicherung, sowohl für die Organisation der Psychiatrie, als auch für die Hospitalisierten beurteilt werden.
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