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Psychisch erkrankte Jugendliche im Massnahmenvollzug

Sozialpädagogische Arbeit im Wohnalltag unter Berücksichtigung der psychischen Störung mit dem Ziel einer förderlichen Entwicklung

Alle Menschen haben das Recht darauf, in ihren Bedürfnissen ernst genommen zu werden – dies setzt auch voraus, dass die Bedürfnisse aller Menschen wahr-genommen werden. Das gilt insbesondere für die Jugendlichen in einem Massnahmenvollzug, welche abhängig von der Wahrnehmung der professionellen Mitarbeitenden aus dem Bereich der Sozialpädagogik sind. Die vorliegende Bachelorarbeit setzt sich mit den Fragen der Grenzen und Möglichkeiten der sozialpädagogischen Arbeit auseinander. Sie bezieht sich auf das Empiriedefizit der Symbiose von psychischen Erkrankungen und der Delinquenz im Massnahmenvollzug, welche in der Ausgangslage beschrieben wurde. Innerhalb des theoretischen Rahmens wird Bezug auf den verschiedenen psychischen Krankheitsbildern genommen, welche bei Verhaltensauffälligen im Jugendalter am häufigsten auftreten können. Dazu wird jeweils reflektiert, welche Arbeitsprinzipien (der Sozialpädagogik) der betroffenen Klientel helfen könnten. Die durchgeführte qualitative Forschung untersucht die Arbeitsweise von fünf ausgebildeten und langjährigen Fachpersonen aus den Teilgebieten des Massnahmenvollzugs. Dies wird anhand der qualitativen Inhaltsanalyse ausgewertet. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass professionelle sozialpädagogisch geführte Institutionen benötigt werden. Sie zeigen aber auch den Konsens, dass viele Ressourcen in diesem Setting fehlen und es diesbezüglich Veränderungen geben müsste. Dieser Mangel erschwert oft eine adäquate Arbeit mit den Jugendlichen, die eine psychische Erkrankung aufweisen. So zeigt sich das Bild der Sozialpädagogik als Profession, die mit dieser Klientel an neue Herausforderungen stösst und sie dadurch handlungsunfähig macht. Aus der Diskussion der Forschungsergebnisse wird deutlich, dass die Profession der Sozialen Arbeit in diesem Kontext darin besteht, sich für die Instandsetzung der Professionalität an sich einzusetzen und dass der Einsatz für die hilfsbedürftige Klientel von Nöten ist. Dem Mangel an Ressourcen im Alltag kann nur die Forderung entgegengesetzt werden, dass die benötigten Mittel zur Verfügung gestellt werden müssen und eine Veränderung in diesem Arbeitsbereich essentiell ist.

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Deborah Schwarzentruber, Fabienne Fischer
Psychisch erkrankte Jugendliche im Massnahmenvollzug
Sozialpädagogische Arbeit im Wohnalltag unter Berücksichtigung der psychischen Störung mit dem Ziel einer förderlichen Entwicklung
Bachelor-Thesis
91 Seiten
15.08.2019
10.5281/zenodo.3466979